Afghanistan : Kein Interesse an Becks Friedenskonferenz-Idee

Allein für den Begriff "moderate Taliban" musste Kurt Beck viel Kritik einstecken. Die afghanische Regierung lehnt eine vom SPD-Parteichef vorgeschlagene neue Afghanistan-Friedenskonferenz ab.

Berlin - "Es gibt definitiv keine Planungen auf der afghanischen Seite für einen solchen Schritt", sagte Afghanistans Außenminister Rangin Spanta im Interview mit der "tageszeitung". "Wenn man jetzt ein 'neues Petersberg' ausrufen würde, würde man die Legitimität unseres gewählten Präsidenten, unseres gewählten Parlaments, unserer gesamten demokratischen Staatsbildung in Frage stellen", führte der Außenminister in der "taz" aus.

Beck hatte sich bei seinem Besuch in Kabul für eine neue Afghanistan-Konferenz unter Einbeziehung moderater Anhänger der radikalislamischen Taliban ausgesprochen. Dafür hatte er in Deutschland in den eigenen Reihen und von Seiten der Union Kritik geerntet. Spanta milderte seine bereits vor zwei Wochen geäußerte Kritik an Beck ab: "Meine Kritik an Beck wurde in den Medien stark aufgebauscht. Eigentlich liegen wir nicht so weit auseinander." Dennoch beklagte Spanta, Beck habe den "Begriff 'moderate Taliban' leichtfertig in die Welt geworfen", ohne zu sagen, was er damit meine. "Das verunsichert unsere Bevölkerung", sagte der afghanische Außenminister, der 23 Jahre in Deutschland lebte, bevor er im März 2006 das Außenministerium übernahm. (tso/AFP)

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