Afghanistan : Kommission: 47 Zivilisten bei US-Luftangriff getötet

Bei US-geführten Luftangriffen im Osten Afghanistans sind in der vergangenen Woche nach afghanischen Angaben mehrere Dutzend Zivilisten getötet worden. Die internationalen Streitkräfte wollten beim Angriff gegen Terroristen vorgehen.

Bei den Angriffen am 6. Juli sei eine Hochzeitsgesellschaft getroffen worden, teilte am Freitag eine vom afghanischen Präsidenten Hamid Karsai eingesetzte neunköpfige Untersuchungskommission mit. "Wir haben herausgefunden, dass 47 Zivilisten, mehrheitlich Frauen und Kinder, bei dem Luftangriff getötet und dass neun weitere Menschen verletzt wurden", sagte der Kommissionsleiter Burhanullah Schinwari. Es habe keinerlei Verbindung zwischen den radikalislamischen Taliban oder dem Terrornetzwerk Al Qaida und den Opfern gegeben.

"Wenn sich solche Vorfälle fortsetzen, wird die Bevölkerung zur Regierung auf Distanz gehen", sagte Schinwari weiter. Die US-geführten internationalen Streitkräfte hatten bestritten, dass Zivilisten bei den Angriffen in der östlichen Provinz Nangarhar getötet wurden. Sie hatten von Opfern unter den Aufständischen gesprochen. Derzeit sind rund 70.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert. Seit Anfang 2008 kamen bereits rund 700 Zivilisten ums Leben. (mhz/AFP)

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