Politik : Afghanistan: Koranschüler für den Gottesstaat

Seit 1996 versuchen die Taliban ("Koranschüler"), in Afghanistan einen radikal-islamischen Gottesstaat durchzusetzen. Maßstab aller Ordnung im "Islamischen Emirat Afghanistan" ist die Scharia, das islamische Recht. Über dessen strikte Einhaltung wacht als letzte Instanz Mullah Mohammed Omar, der "Führer der Gläubigen". Gegründet wurde die Bewegung der Taliban 1994 in der südlichen Provinz Kandahar von Absolventen pakistanischer und afghanischer Koranschulen. Von dort rekrutierten sie auch ihre Kämpfer, die der Volksgruppe der Paschtunen angehören.

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7.10., 18.45 Uhr: Wie der Gegenschlag begann
Hintergrund: US-Streitkräfte und Verbündete
Schwerpunkt: US-Gegenschlag, Nato und Bündnisfall
Schwerpunkt: Osama Bin Laden
Chronologie: Terroranschläge in den USA und die Folgen
Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags
Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Zum "Heiligen Krieg" hat der als Top-Terrorist gesuchte Osama bin Laden am Sonntag einem Video zufolge aufgerufen. Im Islam steht das im Westen meist mit Heiliger Krieg übersetzte arabische Wort Dschihad für die religiöse Pflicht der Gläubigen, ihre Religion - notfalls auch mit Hilfe von Gewalt - zu verbreiten und zu verteidigen. Während die terroristischen Fundamentalisten die Gewalt in den Vordergrund stellen, verstehen die meisten Rechtsgelehrten unter dem wörtlich mit "Anstrengung" oder "Abmühen" übersetzten Dschihad die Verpflichtung zu einem geistigen und gesellschaftlichen Einsatz zur Verbreitung des Glaubens. Krieg darf nach dieser Auslegung nur gegen Angreifer geführt werden. Erst im Laufe der Geschichte wurden weltliche Kämpfe und Kriege um wirtschaftliche und politische Macht - den christlichen Kreuzzügen vergleichbar - zum Dschihad hochstilisiert.

Die islamisch-fundamentalistische Terrororganisation Al Qaida des als Top-Terrorist gejagten Osama bin Laden wurde um 1989 in Afghanistan gegründet. Al Quaida (Die Basis) gilt als zentrale Schalt-, Verbindungs- und Finanzstelle im Terror-Netzwerk bin Ladens. Diese Gruppe und ihre Schwesterorganisationen haben nach Schätzungen westlicher Geheimdienste bis zu 5000 Mitglieder. Gründungsmitglieder der Al Qaida waren vor allem "arabische Afghanen". So werden Kämpfer aus dem Nahen Osten bezeichnet, die den Mudschahedin (Gotteskriegern) in Afghanistan in den 80er Jahren bei ihrem Kampf gegen die sowjetische Besatzungsmacht geholfen hatten. Bin Laden soll sie in Trainingslagern ausgebildet haben.

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