Afghanistan : Kritik an möglichem Awacs-Einsatz

SPD- und Grünen-Politiker kritisieren den erwogenen Einsatz der Bundeswehr in Aufklärungsflugzeugen der Nato in Afghanistan. Sie fürchten zunehmende Herausforderungen für und eine unberechenbare Entwicklung der Situation.

BerlinSPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold äußert seine Zweifel an einem möglichen Awacs-Einsatz in Afghanistan. Der  "Berliner Zeitung" sagte er: "Eine solche Anfrage würde die deutsche Debatte deutlich komplizierter machen", sagte der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold der "Berliner Zeitung". Die Bundesregierung will die Obergrenze für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr um 1000 Mann erhöhen, was der Bundestag noch genehmigen muss. Schon jetzt könne der Luftraum über Afghanistan durch die USA gesichert werden, sagte Arnold. Durch einen Awacs-Einsatz enstünde "kein Mehrwert". Bereits 2007 gab es in der SPD Bedenken gegen den Einsatz von sechs Tornado-Kampfflugzeugen in Afghanistan.

Auch der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei bewertete die Nato-Überlegungen skeptisch. "Man muss befürchten, dass wir Schritt für Schritt in eine Sache hineingeraten, deren Dimension wir nicht beurteilen können", sagte Nachtwei der "Berliner Zeitung". Er forderte das Verteidigungsministerium auf, über die Überlegungen in der Nato frühzeitig zu informieren.

Ufo-Radar zur Aufklärung

Die Nato hatte am Donnerstag mitgeteilt, sie prüfe den Einsatz von Awacs-Maschinen in Afghanistan. Die Nato-geführte Internationale Schutztruppe (ISAF) habe sich mit einer entsprechenden Anforderung an die Allianz gewandt, sagte ein Nato-Vertreter in Brüssel. Die Nato hat 18 Awacs-Flugzeuge, die im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen bei Aachen stationiert sind. Mit ihrem Ufo-förmigen Radar können die vierstrahligen Boeings den Luftraum in einem Umkreis von bis zu 500 Kilometern überwachen. (dw/afp)

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