Afghanistan : Mindestens 50 Taliban bei Kämpfen getötet

Zwei Tage vor dem Nato-Gipfel in Riga sind mindestens 50 mutmaßliche Taliban in Kämpfen mit Soldaten der Isaf-Schutztruppe gestorben. Bei einem Selbstmordanschlag in Urdun kamen mehrere Menschen ums Leben.

Chost/Kabul - Ein Isaf-Soldat wurde bei den Kämpfen getötet. Bei dem schwersten Anschlag seit September riss ein Selbstmordattentäter mindestens 15 Menschen in einem Restaurant in der Stadt Urgun mit in den Tod, wie das Innenministerium der Provinz Paktika mitteilte. Mindestens 25 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer ist die Lage im Süden Afghanistans nicht außer Kontrolle. Er lobte die Bundesregierung für Engagement in dem Land.

Die schwersten Kämpfen fanden nach Angaben der Nato-geführten Isaf in der Provinz Urusgan nahe der Ortschaft Tirin Kot statt, wo die Truppe nach eigenen Angaben von einer "großen Anzahl von Aufständischen" angegriffen wurde. Die Isaf-Soldaten hätten das Feuer erwidert und Kampfflugzeuge eingesetzt. Dabei wurden mindestens 50 Taliban und ein Isaf-Soldat getötet. Zur Nationalität des getöteten Soldatens wurden keine Angaben gemacht. In der Provinz sind hauptsächlich Niederländer und US-Soldaten stationiert. Bei weiteren Kämpfen in der Provinz Kandahar wurden fünf Aufständische getötet und drei Isaf-Soldaten verletzt.

Selbstmordanschlag in Urgun

Der Selbstmordattentäter befand sich nach afghanischen Angaben in einem Restaurant in der Stadt Urgun in der an Pakistan grenzenden Provinz Paktika und zündete die Bombe, als der Chef des Bezirks, Mohammed Mobin, das Lokal betrat. 15 Menschen wurden nach Angaben des Innenministeriums getötet und 25 verletzt, unter ihnen auch Mobin und weitere Regierungsvertreter. Bei den Toten handele es sich überwiegend um afghanische Kräfte, die für die in der Nähe der Stadt stationierten US-Soldaten arbeiten. Nach Angaben eines Sprechers der internationalen Koalition richtete sich das Attentat gegen afghanische Sicherheitskräfte.

Die Taliban griffen in den vergangenen Monaten immer häufiger zur Taktik der Selbstmordanschläge. "Die Taliban sind mit ihrem Versuch, die Nato im direkten Kampf zu besiegen, rundum gescheitert", sagte De Hoop Scheffer der "Bild"-Zeitung. "Deshalb greifen sie jetzt zur Taktik von Terroranschlägen." Diese Rechnung werde nicht aufgehen.

Verstärkung für Nato-Truppen

Es brauche es keine größere, dauerhafte Verstärkung der Nato-Truppen im Süden, sagte De Hoop Scheffer weiter. "Unsere Truppen im Süden können ihren Auftrag voll erfüllen." Ihre Zahl und ihr Ausrüstungsstand entspreche jedoch noch nicht vollständig dem von den alliierten Truppen beschlossenen Bedarf. "Diese Defizite müssen wir gemeinsam beseitigen." Wichtig sei, dass auf den militärischen Erfolg unmittelbar die wirtschaftliche Entwicklung folge.

Unmittelbar vor dem Nato-Gipfeltreffen in Riga am Dienstag lobte der Nato-Generalsekretär den Mut der Bundeswehr in Afghanistan. "Die Bundeswehr muss sich in Sachen Mut und Professionalität im Einsatz hinter niemandem verstecken." Deutschland sei einer der größten Nato-Truppensteller und habe seinen Beitrag kontinuierlich erhöht. "Da kann man wohl kaum von fehlendem Willen der Bundesregierung sprechen."

Die Bundesregierung war wiederholt von der Nato mehr oder weniger direkt aufgefordert worden, sich stärker im gefährlichen Süden des Landes einzusetzen. (tso/AFP)

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