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Afghanistan : Nato bestätigt zivile Opfer bei Luftangriff

Bei einem Luftangriff der Nato auf Aufständische nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul sind acht Frauen und Mädchen getötet worden. Ein Sprecher der Isaf-Truppe bedauerte den Vorfall.

Der Tod mehrerer Frauen und Mädchen, die bei einem Nato-Luftangriff ums Leben kamen, löst in Afghanistan Proteste aus.
Der Tod mehrerer Frauen und Mädchen, die bei einem Nato-Luftangriff ums Leben kamen, löst in Afghanistan Proteste aus.Foto: AFP

Die Nato hat afghanische Regierungsangaben über zivile Opfer bei einem Luftangriff des Bündnisses am Sonntag bestätigt. „Eine Anzahl afghanischer Zivilisten wurde unbeabsichtigt getötet oder verwundet“, teilte die Nato-geführte Schutztruppe Isaf zu dem Bombardement in der Provinz Laghman mit. „Die Isaf übernimmt die volle Verantwortung für diese Tragödie.“ Das Büro von Präsident Hamid Karsai teilte mit, bei dem Luftschlag seien acht Frauen getötet und sieben verwundet worden. Sie hätten Feuerholz gesucht. Nach Nato-Angaben galt der Angriff Aufständischen. Ein Isaf-Sprecher sagte, auch 45 Taliban-Kämpfer seien getötet worden.

Der Sprecher der Provinzregierung von Laghman, Sarhadi Sewak, sagte, Dorfbewohner aus dem Bezirk Alingar hätten die Leichen am Sonntag zum Sitz des Gouverneurs gebracht. Sieben weitere Zivilisten seien verwundet und in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes der Provinz, Latif Kajumi. Einige Mädchen seinen gerade einmal zehn Jahre alt.

Luftangriffe sorgen in Afghanistan immer wieder für Spannungen zwischen der Zivilbevölkerung und der NATO. Dem Militärbündnis wird vorgeworfen, bei den Attacken auf die Führer der Aufständischen regelmäßig auch Zivilisten zu töten.

Erst in der Nacht auf Sonntag hatte ein afghanischer Polizist im Süden des Landes vier US-Soldaten erschossen. Zunächst hätten Aufständische einen Kontrollposten im Distrikt Misan in der Provinz Kabul angegriffen, sagte der stellvertretende Polizeichef der Provinz, Ghulam Gilani. US-Truppen seien der afghanischen Polizei daraufhin zur Hilfe geeilt. Zunächst war unklar, ob der Beamte während des Gefechts auf die US-Soldaten feuerte oder später.
In Afghanistan kommt es immer wieder zu Angriffen von einheimischen Polizisten und Soldaten oder Aufständischen in entsprechender Uniformierung auf Soldaten der internationalen Koalitionsstreitkräfte.

Am Samstag hatte ein Bewaffneter in der Uniform einer regierungstreuen Miliz im Süden des Landes zwei britische Soldaten getötet. Seit Beginn des Jahres kamen in Afghanistan 51 ausländische Soldaten bei sogenannten internen Angriffen ums Leben. (dpa/AFP/dapd)

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