Afghanistan : Nato setzt auf kleinere Bomben

Im Kampf gegen die Taliban will die Nato mehr Rücksicht auf die afghanische Bevölkerung nehmen. Kleinere Bomben sollen bei Luftangriffen die Zahl ziviler Opfer verringern helfen.

LondonDie Nato will nach Worten ihres Generalsekretärs künftig bei ihrem Vorgehen gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan auch kleinere Bomben einsetzen, um so die Zahl der getöteten Zivilisten zu senken. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte in einem Interview der "Financial Times", die Anzahl der bei den Kämpfen zwischen der Allianz und den Taliban ums Leben gekommenen Zivilisten habe dem Ansehen der Nato geschadet. Allerdings könne auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden, dass Zivilisten getötet würden.

Die Zeitung zitierte zudem einen Nato-Diplomaten mit den Worten: "Wenn Sie eine 250-Kilogramm-Bombe anstelle einer 500-Kilogramm-Bombe an Bord eines Flugzeugs nehmen, kann das einen ziemlich großen Unterschied machen." De Hoop Scheffer sagte, der Kommandeur der Nato-geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf, Dan McNeill, habe seine Soldaten angewiesen, die Taliban nicht anzugreifen, wenn dies Zivilisten in Gefahr bringe. "Wenn wir unseren Feind heute nicht neutralisieren können, ohne Zivilisten zu schaden, dann wird unser Feind uns morgen Gelegenheit dazu geben", sagte De Hoop Scheffer.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte das Nato-Vorgehen in seinem Land jüngst scharf kritisiert. Nach seinen Angaben waren die Isaf-Truppen allein im Juni für den Tod von rund 90 Zivilisten verantwortlich. (mit AFP)

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