Afghanistan : Operation ''Hammerschlag'' rollt an

Die Internationale Schutztruppe Isaf und die afghanische Armee haben heute eine neue Offensive gegen die Taliban in der südafghanischen Unruheprovinz Helmand begonnen.

Kabul/IslamabadAn der Operation "Palk Wahel" (Hammerschlag) seien rund 2500 Soldaten beteiligt, teilte die Nato-geführte Isaf mit. Die Vereinten Nationen riefen unterdessen anlässlich des UN-Friedenstags an diesem Freitag zu einem weltweiten Waffenstillstand auf. Dieser Rag solle "eine 24-stündige Ruhepause von der Angst und der Unsicherheit" sein, hieß es in einer Mitteilung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Ziel der Operation "Hammerschlag" ist nach Angaben der Isaf, die radikalislamischen Aufständischen aus ihren Stützpunkten im Distrikt Gereshk zu vertreiben und eine anhaltende Präsens von Sicherheitskräften dort zu schaffen. Die Operation sei mit der Provinzregierung abgesprochen. Soldaten der Schutztruppe hätten am Helmand-Fluss einen Brückenkopf gesichert und eine Überquerung gebaut. Mehrere Häuser und Grundstücke seien durchsucht worden. Truppen hätten eine Basis in der Gegend von Gereshk errichtet. Primäres Ziel der Isaf sei es, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Wiederaufbau und Entwicklung in der Provinz stattfinden könnten. In Helmand sind vor allem britische Isaf-Soldaten stationiert. Die an Pakistan angrenzende Provinz gehört zu den unsichersten in Afghanistan. Nirgendwo im Land wird mehr Schlafmohn angebaut.

Angriff auf Polizeikonvoi

Bei einem Selbstmordanschlag in Helmand wurden acht Polizisten verletzt, drei davon schwer. Helmands Polizeichef Muhammad Hussain Andiwal sagte, der Attentäter habe einen Polizeikonvoi im Distrikt Garmsir angegriffen. Bei Kämpfen zwischen Aufständischen und Isaf-Truppen in der südafghanischen Provinz Sabul kamen Zivilisten ins Kreuzfeuer. Die Isaf teilte mit, eine Frau sei gestorben. Zwei weitere Zivilisten seien verletzt worden.

Im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan entführten Taliban-nahe Extremisten nach einem Bericht des Senders Dawn sieben weitere Soldaten. Die Zeitung "The News" berichtete, nach zähen Verhandlungen werde die Freilassung eines Teils der 240 Soldaten erwartet, die Extremisten Ende vergangenen Monats verschleppt hatten. Die Aufständischen fordern den Abzug der Armee aus den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan, die als Rückzugsgebiet der Taliban gelten. (mit dpa)

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