Afghanistan-Politik : Steinmeier düpiert Kanzlerin mit eigenem Chefvermittler

Das Auswärtige Amt bekommt einen Sonderbeauftragten für Afghanistan und Pakistan. Die Pläne sollen aber nicht mit dem Kanzleramt abgestimmt sein - heißt es aus Regierungskreisen.

Bernd Mützelburg
Steinmeiers neue Wunderwaffe: Bernd Mützelburg. -Foto: dpa

BerlinBundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den deutschen Botschafter in Indien, Bernd Mützelburg, zum Sonderbeauftragten für Afghanistan und Pakistan ernannt. Damit werde das diplomatische Engagement Deutschlands gegenüber Kabul und Islamabad weiter intensiviert, teilte das Auswärtige Amt am Montag mit. Mützelburg werde in seiner neuen Funktion auch hochrangiger Ansprechpartner für die internationale Gemeinschaft sein.
 
Deutschland ist nach Großbritannien das zweite Land, das dem Vorbild der neuen US-Regierung folgt. Der neue US-Präsident Barack Obama hatte den früheren Balkan-Vermittler Richard Holbrooke zu seinem Sondergesandten für Afghanistan und Pakistan gemacht. Laut einem Bericht des "Spiegel" plant Holbrooke offenbar die Einrichtung einer internationalen Kontaktgruppe für die Region.
  
Das Bundeskanzleramt sieht die Ernennung eines Sondergesandten für Afghanistan und Pakistan einem Zeitungsbericht zufolge kritisch. Die Pläne des Auswärtigen Amtes seien nicht mit dem Kanzleramt abgestimmt, zitierte die "Financial Times Deutschland" vom Montag aus Regierungkreisen. Insofern sei Mützelburg lediglich der Sondergesandte des Auswärtigen Amtes, nicht der der gesamten Bundesregierung. (mpr/AFP)

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