Afghanistan : Polnische Soldaten sollen sechs Zivilisten getötet haben

In Polen wurde Haftbefehl gegen sieben Soldaten erlassen, die im Rahmen der Isaf-Mission in Afghanistan sechs Frauen und Kinder getötet haben sollen, ohne dabei bedroht worden zu sein. Den Männern droht nun lebenslange Haft.

WarschauPolnische Soldaten sollen ohne direkte Bedrohung ein afghanisches Dorf beschossen und dabei sechs Frauen und Kinder getötet haben. Die militärische Generalstaatsanwaltschaft habe gegen sieben Soldaten beim Militärgericht Haftbefehl beantragt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Posen mit.

Den inhaftierten Soldaten wird vorgeworfen, die Haager und die Genfer Konvention zum Schutz von Zivilisten im Krieg verletzt zu haben. Sechs der Soldaten drohen lebenslange Haftstrafen, dem siebten Beschuldigten 25 Jahre Gefängnis.

Die Soldaten waren im Rahmen der internationalen Schutztruppe in Afghanistan im Einsatz. In der afghanischen Bevölkerung wächst der Unmut gegen die ausländischen Soldaten, weil bei ihren Einsätzen immer wieder Zivilisten ums Leben kommen. Polen beteiligt sich zur Zeit mit 1200 Soldaten an der Nato-geführten Isaf-Mission. (mit dpa)

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