Politik : Afghanistan: Reformkräfte

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Die vier Gruppen auf dem Petersberg sind "das beste Aufgebot, das in der kurzen Zeit zu Stande zu bringen war", sagen die Vereinten Nationen. Es gibt aber noch eine inoffizielle "fünfte" Delegation aus Vertretern kleinerer Gruppierungen, für die sich der Deutsche Thomas Ruttig von der UN-Sondermission für Afghanistan eingesetzt hat. Sie hat Beobachterstatus, an den Verhandlungen nimmt sie nicht teil.

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Ruttig und sein Chef Francesc Vendrell waren nach dem Abzug der Taliban aus Kabul dorthin gereist und hatten Kontakt zu lokalen Parteien aufgenommen, ebenso im Paschtunengebiet um die Hauptstadt. Viele Provinzen haben sich dort von den Taliban losgesagt und lokale Führer gewählt. Diese Reformkräfte sind in den offiziellen Delegationen auf dem Petersberg nicht vertreten. "Hier sind vor allem militärische Gruppen und Exilafghanen, das ist zu wenig", sagt General Jawed Kohestani, Sprecher der paschtunischen Provinz Schura Paktia.

Ahmad Zia Aryayee, Vorsitzender der Partei der Republikaner Afghanistans hat gemeinsam mit anderen Intellektuellen - Männern wie Frauen - in Afghanistan im Untergrund Politik betrieben. "Ein schneller Frieden ist das Wichtigste, ich bezweifle jedoch, ob er mit den hier vertretenen Fraktionen durchzusetzen ist", sagt er. Alle Mitglieder der "fünften" Delegation warnen davor, den militärischen Gruppen, besonders der Nordallianz, zu viel Einfluss zu gewähren. "Das sind keine demokratischen Kräfte", sagt Zaman Gul Dehati von der Koalition der Kämpfer für Frieden und Fortschritt.

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