Politik : Afghanistan: Schröder: Bin Ladens Schuld bewiesen

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US-Präsident George W. Bush hat Zweifel an der Echtheit des Bin-Laden-Videos als absurd zurückgewiesen. Das Band zeige den Terroristenführer in der unbearbeiteten Fassung, sagte Bush. Das Band sei ein Schuldbekenntnis bin Ladens. Auch Bundeskanzler Schröder sagte, durch das Video seien die letzten Zweifel ausgeräumt, dass bin Laden für die Terroranschläge vom 11. September verantwortlich ist. Die Al-Qaida-Kämpfer in der Bergfestung Tora Bora sind von allen Seiten eingekesselt. Die heftigen Bombenangriffe der US-Armee und der Beschuss durch afghanische Truppen gehen unvermindert weiter.

Widersprüchliche Informationen gab es zu dem geplanten Beitrag der EU-Staaten an einer Friedenstruppe in Afghanistan. Nachdem es auf dem EU-Gipfel in Laeken erst geheißen hatte, Europa werde eine Einheit in der Größenordnung von 3000 bis 4000 Soldaten stellen, hieß es später, der Beitrag der EU-Länder stehe noch nicht endgültig fest.

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Dokumentation: Auszüge aus dem Bin-Laden-Video
Fotos: Krieg in Afghanistan, Osama Bin Laden
Über den Verbleib bin Ladens herrscht Unklarheit. US-Verteidigungsminister Rumsfeld schloss erstmals öffentlich eine Flucht bin Ladens nicht aus. Ihm lägen glaubwürdige Berichte vor, die dies vermuten ließen. Nach Angaben von afghanischen Kommandeuren war auf dem Gebirgskamm eine Gruppe von etwa hundert Al-Qaida-Kämpfern umzingelt und praktisch "erledigt". Andere Kämpfer berichteten, sie hätten eine Höhle entdeckt, in der sich vermutlich bin Laden aufhalte.

Mit der veröffentlichten Video-Aufzeichnung von Osama bin Laden sind nach den Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder die letzten Zweifel ausgeräumt, dass der saudiarabische Extremistenführer für die Terroranschläge vom 11. September verantwortlich ist. Die Äußerungen bin Ladens zeigten erneut die Notwendigkeit, mit Entschlossenheit gegen den Terrorismus und besonders gegen bin Ladens Organisation Al Qaida vorzugehen, sagte Gerhard Schröder am Freitag vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel.

Die Entscheidung über die Beteiligung der Bundeswehr an einer Afghanistan-Schutztruppe verschiebt sich auf Mitte nächster Woche. Nach der bislang letzten Planung soll der UN-Sicherheitsrat bis Dienstag ein Mandat für die Schutztruppe beraten. Direkt danach soll in Berlin der Bundessicherheitsrat, einen Tag später am Mittwoch das Bundeskabinett den deutschen Einsatz beschließen. Der Bundestag richtet sich jetzt auf eine Sondersitzung am Donnerstag ein. Genaue Zahlen und die Art der Truppenteile stehen nicht fest. Vorplanungen im Verteidigungsministerium gehen von einer maximal 1500 Mann starken, größtenteils leicht bewaffneten Truppe aus.

Ebenfalls unklar sind die Kosten. Der CDU-Haushälter Dietrich Austermann sagte voraus, bei 1400 Mann sei mit fast 1,2 Milliarden Mark zu rechnen. Diese Summe sei im Haushalt 2002 nicht gedeckt.

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