Afghanistan : SPD-Abgeordnete gegen Truppenverstärkung

Genug ist genug, sagen sich viele Abgeordnete der SPD-Bundestagsfraktion und stehen der Entsendung weiterer Soldaten nach Afghanistan skeptisch gegenüber.

Bundeswehr
Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan. -Foto: dpa

BerlinIn der SPD-Bundestagsfraktion wächst offenbar der Widerstand gegen eine Aufstockung des Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan um 1000 auf 4500 Soldaten. Der Bundestag stimmt im Oktober über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats ab. "Es gibt eine deutliche Zahl von Skeptikern in der Fraktion. Bei den pazifistisch eingestellten Abgeordneten wird es schwer sein, sie von mehr Soldaten für Afghanistan zu überzeugen", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Weisskirchen, der Tageszeitung "Die Welt".

"Teilnahme an virtueller Organisation macht keinen Sinn"

Laut dem SPD-Verteidigungsexperten Hans-Peter Bartels haben viele Abgeordnete seiner Fraktion auch genug vom US-geführten Anti-Terror-Kampf "Enduring Freedom" (OEF) in Afghanistan. Im November wird im Bundestag über eine Verlängerung des Einsatzes des deutschen Kommandos Spezialkräfte (KSK) an der Operation mit bis zu 100 Soldaten abgestimmt.

"In der SPD-Fraktion gibt es die breite Erwartung, die 100 KSK-Spezialkräfte aus dem OEF-Mandat herauszunehmen", sagte Bartels der "Welt". Zuletzt seien die KSK-Kräfte von der amerikanischen OEF-Leitung gar nicht mehr angefordert worden. "Die Teilnahme an einer virtuellen Operation macht deshalb keinen Sinn", betonte Bartels. (sba/ddp)

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