Afghanistan : Taliban töten weitere südkoreanische Geisel

Die Taliban haben angeblich einen der 22 entführten südkoreanischen Christen getötet. Zuvor waren zwei Ultimaten der Entführer ergebnislos verstrichen. Im Fall des verschleppten deutschen Ingenieurs gibt es angeblich konkrete Forderungen.

GhasniDie Taliban haben nach eigenen Angaben eine der 22 südkoreanischen Geiseln erschossen. Dies sei eine Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen mit der Regierung, sagte Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi . "Wir haben verschiedene Ultimaten gesetzt, aber die afghanische Regierung hat sie nicht beachtet", fügte er hinzu. Den Namen der Geisel gab er mit Sung Sin an. Der Mann sei um 20.30 Uhr Ortszeit (18 Uhr MESZ) getötet worden. Der Leichnam sei im Bezirk Kuarabagh zurückgelassen worden, sagte Ahmadi weiter. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite lag zunächst nicht vor.

Die Taliban hatten im Tausch gegen die Südkoreaner nach eigenen Angaben die Freilassung von acht radikal-islamischen Rebellen aus afghanischer Haft gefordert. Die Regierung hatte daraufhin um zwei Tage mehr Zeit gebeten. Ein hochrangiger Beamter in der Provinz Ghasni sagte, die afghanische Regierung denke nun über eine Militäraktion zur Befreiung der Geiseln nach. Die Taliban ließen aber wissen, sie hätten die 16 Frauen und sechs Männer in mehrere Gruppen aufgeteilt und hielten sie in drei verschiedenen Provinzen fest.

Am 19. Juli waren 23 Südkoreaner - Mitglieder einer Freikirche, die in Afghanistan medizinische Hilfe leisten wollten - auf dem Weg von der Hauptstadt Kabul nach Kandahar im Süden des Landes verschleppt worden. Eine der Geiseln, ein Prediger, wurde später von den Entführern erschossen. Die Leiche der Geisel Bae Hyung Kyu wurde bereits in die Heimat überführt.

Im Fall des noch verschleppten deutschen Ingenieurs gibt es nach ZDF-Informationen in Kabul inzwischen konkrete Forderungen der  Entführer, deren Inhalt jedoch nicht bekannt sei. Die Entführer gehören demnach einer lokalen Organisation an, die den Taliban  zugerechnet werden müsse. Um die Befreiung des Deutschen bemühte sich der Krisenstab im Auswärtigen Amt weiter intensiv, wie Außenamtssprecher Martin Jäger in Berlin sagte. (mit AFP)

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