Politik : Afghanistan: Taliban: Wir halten bin Laden versteckt

Die Taliban haben Osama bin Laden nach eigenen Angaben "unter Kontrolle". Sein Aufenthaltsort in Afghanistan sei aber nur den Sicherheitskräften bekannt, sagte am Sonntag der Taliban-Gesandte in Pakistan, Abdul Salam Saif. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zweifelte diese Angaben an. Vor kurzem hätten die Taliban noch behauptet, sie wüssten nicht, wo sich bin Laden aufhalte. Der britische Premier Tony Blair sagte am Sonntag, er habe "absolut unwiederlegbare Beweise" gesehen, die die Beteiligung bin Ladens an den Terror-Anschlägen in den USA am 11. September belegten.

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Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern Blair sagte am Sonntag im BBC-Fernsehen weiter, wenn die Taliban "nicht bereit sind, bin Laden auszuliefern - was sie können, wenn sie wollen -, dann werden sie zu einem Hindernis, das wir ausschalten oder entfernen müssen". Die Londoner Sonntagszeitung "Observer" berichtete, dass ein umfassender Angriff auf die Taliban "innerhalb von 48 Stunden" erfolgen werde. Der als seriös geltende "Observer" nannte keine Quelle für seinen Bericht.

US-Justizminister John Ashcroft warnte vor weiteren Terroranschlägen in den USA. "Wir glauben, dass dies möglich ist, und unsere Aufgabe ist, alles in unserer Macht Stehende zu tun, sie zu verhindern", sagte Ashcroft am Sonntag im US-Fernsehsender CBS. Auch weitere Flugzeugentführungen seien nicht ausgeschlossen.

US-Präsident George W. Bush will nach Angaben der "Washington Post" einen neuen Chefposten zur Terrorismusbekämpfung schaffen. Der ehemalige General und Anti-Terrorismus-Experte Wayne Downing solle als nationaler Direktor für die Terrorbekämpfung auch dem nationalen Sicherheitsrat angehören, hieß es am Sonntag.

Die USA haben an Deutschland noch keine "konkreten Anforderungen" zur Unterstützung im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gestellt. Andere Darstellungen seien "pure Spekulationen und entbehrten jeglicher Grundlage", sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Sonntag in Berlin. "Bild am Sonntag" hatte berichtet, die US-Regierung plane im Kampf gegen den Terrorismus wieder Geld statt Soldaten von Deutschland anzufordern. Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" prüft die Bundesregierung für den Fall einer militärischen Beteiligung an der Anti-Terror-Koalition offenbar einen Einsatz von bis zu 6000 Soldaten aus Heer, Luftwaffe und Marine.

Zum Schutz vor Terroranschlägen aus der Luft ist die Bundeswehr nach den Worten von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) künftig jederzeit bereit, mit Militärjets aufzusteigen und entführte Flugzeuge zur Landung zu zwingen. Er habe aus dem Ausbildungsbetrieb Verbände herausgenommen, "die jederzeit schnell reagieren können", sagte Scharping in einem Interview der "Welt am Sonntag"

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