Afghanistan und Pakistan : Jung setzt sich für sichere Grenzen ein

Die Lage ist angespannt: Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will in in Islamabad bei Regierung und Militär für die Sicherung der Grenze zu Afghanistan werben. Unterdessen mehren sich die Stimmen, die eine Beendigung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr fordern.

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Im Gespräch mit Soldaten im nordafghanischen Feisabad Verteidigungsminister Franz-Josef Jung -Foto: dpa

Sicherheit an der pakistanisch-afghanischen Grenze bedeute Stabilität für die Region - das werde der Minister in Gesprächen mit seinem Amtskollegen und dem Generalstabschef thematisieren, sagte Jungs Sprecher Thomas Raabe am Donnerstag. Für Freitag seien auch Treffen mit Übergangspräsident Mohammedmian Soomro und Premierminister Yousaf Raza Gillani geplant.

Mit einem Truppenbesuch im nordafghanischen Feisabad hatte Jung zuvor seine Afghanistan-Reise nach drei Tagen beendet. Er informierte sich über die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit afghanischen Soldaten und Polizisten. In der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte Jung am Vortag nach einem Gespräch mit Präsident Hamid Karsai Afghanistan und Pakistan aufgefordert, "effektivere Grenzsicherung zu gewährleisten", um Rückzugsmöglichkeiten für die Taliban in den pakistanischen Stammesgebieten und Nachschub für Terroristen zu unterbinden.

Pakistan protestiert bei den USA

Die Situation in Pakistan vor der Präsidentenwahl an diesem Samstag ist extrem angespannt. Bei einer grenzübergreifenden Militäraktion von in Afghanistan stationierten Nato-Soldaten vermutlich gegen Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer waren am Mittwoch nach pakistanischen Angaben mindestens 20 Menschen gestorben. Die pakistanische Regierung protestierte bei den USA.

Eine deutsch-afghanische Friedenskooperation forderte unterdessen in Berlin den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und den Aufbau ziviler Hilfe. Die Regierungen und Parlamente in Berlin und Kabul müssten jetzt einen breit angelegten Friedensprozess für das von Gewalt erschütterte Land einleiten, heißt es einer am Donnerstag verabschiedeten Erklärung der Nationalen Friedens-Dschirga Afghanistans und der deutschen Kooperation für den Frieden. Die Abgeordneten des Bundestages sollten die Mandate für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan im Herbst nicht verlängern. "Frieden in Afghanistan ist möglich, aber nicht durch die Fortführung des Krieges und die ständige Eskalation der Kampfhandlungen." Der internationale Militäreinsatz werde ständig ausgeweitet - die Zahl der afghanischen Opfer steige. "Das ist, als werfe man ein Streichholz in ein Fass mit Benzin."

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann kündigte in der "Berliner Zeitung" an, er werde die Verlängerung des Bundeswehrmandats ablehnen. Es sei jetzt der Zeitpunkt erreicht, den Afghanen zu sagen: "Wir sind bereit, Euch zu helfen, aber wir sind nicht bereit, Krieg in Afghanistan zu führen." (mfa/dpa)

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