Afghanistan : US-Luftwaffe tötet Polizisten

Bei einem Luftangriff der US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan sind irrtümlicherweise bis zu zwölf afghanische Polizisten getötet worden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai äußerte sich "schockiert und wütend".

Kabul - Der Polizeikonvoi sei auf dem Weg von der östlichen Provinz Paktia nach Paktika gewesen, sagte der Chef der Grenzpolizei von Paktika, Abdul Hamid. Auch der Kommandeur der Einheit sei getötet worden. Möglicherweise habe die Flugzeugbesatzung den Konvoi für Gegner gehalten. Erst kurz zuvor seien internationale Truppen in der Region angegriffen worden.

Ein Sprecher der US-geführten Koalition räumte zunächst lediglich ein, dass sich "ein Vorfall ereignet" habe. Einzelheiten nannte er nicht. Eine Untersuchung sei im Gange. Der afghanische Präsident Hamid Karsai sprach in einer Stellungnahme von "mindestens zehn" Polizisten, die durch den Beschuss ums Leben gekommen seien. Er sei sehr betrübt über den Vorfall, erklärte der Präsident in Kabul. Wiederholt habe er die Koalitionstruppen bereits zu größter Vorsicht bei ihren Einsätzen aufgerufen.

In der südlichen Unruheprovinz Kandahar wurde ein Team von 15 Ärzten und Krankenschwestern entführt. Das teilte ein Regierungsvertreter in Kabul mit. Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärkonvoi vor den Toren der Stadt Kandahar wurde ein US-Soldat schwer verletzt, wie die US-Armee mitteilte. Zuvor waren bei einem Anschlag auf eine Polizeistation in der benachbarten Provinz Urusgan acht Polizisten verletzt. Nach Angaben des Innenministeriums zündete ein Selbstmordattentäter nach Betreten der Wache seinen Sprengstoffgürtel. (tso/AFP)

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