Afghanistan : USA erhöhen Druck auf Verbündete

Die militärische Führung der Nato verlangt von den europäischen Bündnismitgliedern rund 2000 weitere Soldaten für Afghanistan. Mit ihrer Hilfe soll die erwartetet Frühjahrsoffensive der Taliban abgewehrt werden.

Sevilla - US-General und Nato-Oberbefehlshaber Bantz Craddock fordere eine Verstärkung der Afghanistan-Schutztruppe Isaf, sagten Diplomaten in Sevilla. Bei einem Treffen der 26 Nato-Verteidigungsminister in der südspanischen Stadt wurde jedoch nicht erwartet, dass die Bündnismitglieder dem Wunsch Craddocks in vollem Umfang folgen.

Die derzeit knapp 34.000 Mann aus 37 Staaten zählende Afghanistan-Truppe soll von den USA um etwa 3200 Soldaten aufgestockt werden. Zusätzlich sollten aber auch die Europäer einen Beitrag zur Verstärkung leisten. Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will die Bereitschaft erläutern, sechs Tornado-Kampfflugzeuge zur Luftaufklärung im ganzen Land einzusetzen. An der Obergrenze von maximal 3000 deutschen Soldaten solle sich jedoch nichts ändern.

Spaniens Verteidigungsminister José Antonio Alonso kündigte an, Madrid werde bis zum Sommer vier unbemannte Drohnen zur Luftaufklärung nach Afghanistan schicken. Außerdem sei Spanien bereit, einen Ausbildungsplan für die afghanische Armee auszuarbeiten und zu finanzieren. Mehr Soldaten seien nicht geplant. Das Treffen der Nato-Minister in Sevilla wird von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Unter anderem schützen drei über Spanien kreisende Awacs-Radarflugzeuge und eine mobile Raketenabwehrbatterie die Minister. (tso/dpa)

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