Afghanistan : USA räumen 33 zivile Opfer bei Luftangriff ein

Im August löste ein US-Luftangriff in Afghanistan internationale Empörung aus. Dabei starben Dutzende Unschuldige. Die US-Armee ließ den Vorfall nun ein weiteres Mal untersuchen - und bestätigt eine hohe Zahl von Opfern - nachdem sie erst von fünf bis sieben gesprochen hatte.

Washington - Die US-Streitkräfte haben den Tod von mindestens 33 afghanischen Zivilisten bei einem Luftangriff vor gut sechs Wochen eingeräumt. Die Armeeführung veröffentlichte am Mittwoch in Washington die Ergebnisse einer Untersuchung, nach der bei dem Angriff auf den Ort Asisabad in der westafghanischen Provinz Herat am 22. August außerdem etwa 22 Rebellen ums Leben kamen. Die Koalitionstruppen hätten aber nicht gegen Kriegsrecht verstoßen, sagte Brigadegeneral Michael Callan. Die afghanischen Behörden und die Uno hatten die Zahl der getöteten Zivilisten mit 90 angegeben, die US-Armee sprach zunächst von "fünf bis sieben" zivilen Opfern.

Die Ermittler konnten mit Hilfe von Videoaufnahmen von der Beerdigung am Tag nach dem Angriff unter den getöteten Zivilisten acht Männer, drei Frauen und zwölf Kinder identifizieren. Callan, der die Untersuchung geleitetet hatte, sagte, die US-geführten Koalitionstruppen hätten "auf der Grundlage glaubhafter Geheimdienstinformationen, in Selbstverteidigung und im Einklang mit dem Kriegsrecht" gehandelt. Die US-Armee hatte Anfang September eine erneute Untersuchung des Vorfalls angeordnet, nachdem die Videos als neues Beweismittel aufgetaucht waren.

Armee "betrübt" über zivile Opfer

Der Leiter des Zentralkommandos des US-Militärs, Generalleutnant Martin Dempsey, zeigte sich in einer Erklärung "zutiefst betrübt" über die zivilen Opfer. "Wir geben uns sehr viel Mühe, in allen unseren Einsätzen Verluste bei der Zivilbevölkerung zu vermeiden", sagte Dempsey. Allerdings würden die Aufständischen systematisch unschuldige Menschen als Schutzschilde missbrauchen.

Die Berichte über den Tod der Zivilisten hatten in Afghanistan für Empörung gesorgt. Präsident Hamid Karsai war nach Asisabad gefahren und hatte die Hinterbliebenen besucht. Im September nahm die afghanische Polizei drei Männer fest, die die internationalen Truppen mit Fehlinformationen irregeleitet und so den Luftangriff provoziert haben sollen. (mhz/AFP)

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