Afghanistan : Weitere Geiseln frei - noch sieben Südkoreaner in Gefangenschaft

Am Abend sind erneut vier Südkoreaner von den Taliban freigelassen worden. Damit sind zwölf der neunzehn Entführten wieder in Freiheit.

Afghanistan
Eine der freigelassenen Frauen in der Obhut eines Rote-Kreuz-Mitarbeiters. -Foto: AFP

Kabul Die radikalislamischen Taliban haben am Abend vier weitere südkoreanische Geiseln freigelassen. Es handelt sich um drei Frauen und einen Mann. Das teilte der Stammesführer Haji Zahir Kharoti mit, der im Auftrag der Regierung in Seoul mit den Taliban verhandelt hatte. Er hat heute alle zwölf aus der Geiselhaft entlassenen Südkoreaner in Empfang genommen und sie dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) übergegeben.

Die ersten drei Geiseln waren heute Morgen freigekommen. Gegen Mittag übergaben die Taliban erneut fünf Geiseln, die sich mittlerweile alle in der Obhut des Internationalen Roten Kreuzes befinden. Die Übergaben fanden jedesmal an unterschiedlichen Orten statt, da die insgesamt 19 Geiseln in verschiedenen Unterschlüpfen in Afghanistan festgehalten worden sind.

Südkorea verzichtet auf fortan auf Missionierung

Am Dienstag hatten sich Unterhändler der Regierung in Seoul und Vertreter der radikal-islamischen Taliban auf die Freilassung der noch 19 Geiseln geeinigt. Die südkoreanische Regierung hat ihrerseits zugesagt, ihre rund 200 Soldaten - wie bereits vor der Geiselnahme beschlossen - bis Jahresende aus Afghanistan abzuziehen. Auch habe die Regierung versprochen, keine „christlichen Missionare mehr in das Land zu schicken“. Nach Angaben der Taliban willigte Seoul ein, alle Missionare bereits bis diesen Freitag nach Hause zu beordern.

Die Taliban hatten am 19. Juli 23 Mitglieder einer südkoreanischen Kirchengruppe verschleppt. Zwei Koreaner hatten die Entführer erschossen; zwei Frauen wurden später freigelassen.

Keine direkten Auswirkungen auf Schicksal der deutschen Geisel

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich unterdessen die Bemühungen der Bundesregierung um die Freilassung des seit sechs Wochen in Afghanistan entführten deutschen Bauingenieurs Rudolf B. Nach ihrem Besuch in China sagte die Kanzlerin in Tokio, dass die Entwicklung um die Geiselnahme der Südkoreaner in Afghanistan auf den deutschen Fall zunächst keine Auswirkungen habe. Die Vorgänge änderten nichts an "Art und an Umfang unserer Aktivitäten". Es würden alle notwendigen Anstrengungen unternommen, um die deutsche Geisel freizubekommen. Rudolf B. war am 18. Juli - einen Tag vor den Südkoreanern - verschleppt worden. (mit dpa/AFP)

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