Afghanistan : "Wir sind im Krieg"

Die Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe und Rudolf Scharping haben Franz Josef Jung kritisiert. Der amtierende Verteidigungsminister benutze irreführende Begriffe. In Afghanistan herrsche Krieg und nicht eine Art bewaffnete Entwicklungshilfe.

BerlinNach Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) haben auch andere frühere Ressortchefs der Einschätzung von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) energisch widersprochen, die Bundeswehr befinde sich in Afghanistan nicht im Krieg. "Es ist irreführend, wenn die Regierung so tut, als handele es sich beim Afghanistan-Einsatz um eine Art bewaffneter Entwicklungshilfe", sagte Volker Rühe (CDU) der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. Es sei "ein Krieg der Nato, des Westens, der Zivilisation gegen die Welt-Krake Terrorismus". Rühe verwies auf einen Untersuchungsbericht des kanadischen Parlamentes, in dem "zutreffend" festgestellt werde: "'Wir sind im Krieg.'"

Rudolf Scharping (SPD) sagte dem Blatt: "Für die Angreifer handelt es sich in jedem Fall um Krieg. Die Taliban sagen es ja auch, wenn sie vom 'Dschihad', dem heiligen Krieg, sprechen." Dieser Krieg richte sich gegen die zivile Gesellschaft insgesamt. "Das Kriegsziel ist es, Angst und Schrecken zu verbreiten, die Menschen zu verunsichern und möglichst große wirtschaftliche Schäden anzurichten."  (bai/AFP)

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