Politik : Afghanistan: "Wir werden ein wichtiger Partner für den Frieden sein"

Herr Botschafter[begrüßen Sie die Mili]

Gegen die Taliban kämpft die Vereinigte Front für die Rettung Afghanistans, darunter die Truppen der Nordallianz. In Berlin unterhält der Staat eine diplomatische Vertretung. Mit Botschafter Amanullah Jayhoon sprach Amory Burchard.

Herr Botschafter, begrüßen Sie die Militärschläge auf Afghanistan?

Die Angriffe auf die Städte verurteilen wir, die auf die Talibanstützpunkte begrüßen wir. Wir haben den Terrorismus seit fünf Jahren bekämpft. Wir haben der Welt gesagt, wenn ihr ihn nicht auch bekämpft, wird er zurückschlagen. Wir hätten die Taliban schon vorher mit Hilfe von außen vertreiben können.

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Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Truppen der Nordallianz. Vor allem Militärflughäfen und Radarstationen wurden getroffen. Das Außenministerium der Taliban in Kabul soll getroffen, aber nicht zerstört sein. Die Verluste unter der Zivilbevölkerung scheinen bislang nicht groß zu sein. Nachrichten über den Tod eines hohen Talibanführers sind noch nicht bestätigt.

Welche Rolle kann Ihre Botschaft spielen?

Es hat erste Konsulationen mit dem deutschen Außenministerium gegeben. Aber wir hoffen, dass sie jetzt auf uns zugehen. In den vergangenen Jahren hatte das Außenamt offenbar eine falsche Vorstellung vom Islamischen Staat Afghanistan. Jetzt ist klar, dass wir einen gerechten Kampf kämpfen. Wir werden ein wichtiger Partner sein, wenn es darum geht, das Land zu befrieden.

Exil-Afghanen lehnen eine Unterstützung der Nordallianz und ihre Einbeziehung in eine Übergangsregierung ab. Unter der Nordallianz habe das Volk genauso gelitten wie unter den Taliban, vor allem die Frauen.

Die Regierung der Nordallianz war Anfang der 90er Jahre in einer schwierigen Lage. Sie ging aus dem Kampf gegen die Sowjets hervor und wurde von Pakistan sofort mit einem neuen Krieg überzogen. Unser Ziel ist eine breite Koalition, in die alle ethnischen Gruppen und Schichten einbezogen werden. Frauen werden am öffentlichen Leben beteiligt. Wir sind gläubige Muslime. Wir beten, aber wir zwingen niemanden dazu.

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