Afrika : 4,2 Millionen Menschen brauchen Hilfe in Darfur

Der Nothilfekoordinator der UN, John Holmes, hat erneut auf die sich weiterhin verschlechternde humanitäre Lage in Darfur aufmerksam gemacht. Die Zahl der Vertriebenen sei auf insgesamt 2,1 Millionen angestiegen.

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Darfur: Die humanitäre Lage in der westsudanesischen Krisenregion verschlechtert sich weiter. -Foto: AFP

New YorkDie humanitäre Lage in Darfur hat sich trotz wiederholter Appelle der internationalen Gemeinschaft zur Waffenruhe nach UN-Angaben weiter verschlechtert. In der westsudanesischen Krisenregion seien inzwischen 4,2 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Das entspreche zwei Dritteln der Bevölkerung, sagte der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, John Holmes, in New York.

In diesem Jahr hätten weitere 160.000 Menschen wegen der anhaltenden Gewalt ihre Häuser und Dörfer verlassen müssen. Damit liege die Zahl der Vertriebenen jetzt bei insgesamt 2,1 Millionen.

"Jeden Tag brauchen mehr Menschen unsere Unterstützung, aber die Kollegen der humanitären Hilfsorganisationen sind von allen Seiten zunehmend in Gefahr", so Holmes. Seit Jahresbeginn seien mehr als 35 Hilfskonvois überfallen und ausgeraubt worden. Vier Darfuris und elf Soldaten der Afrikanischen Union hätten bei humanitären Einsätzen ihr Leben gelassen.

Insgesamt sind nach Holmes Angaben derzeit etwa 13.000 Vertreter von Hilfsorganisationen in der Region, um die gut vier Millionen Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Wegen der unsicheren Lage seien sie vielerorts gezwungen, auf teuere Hubschraubertransporte umzusteigen. Dennoch dürfe die Hilfe auf keinen Fall aufgegeben werden, forderte er. "Was wir am meisten brauchen, ist eine wirksame Waffenruhe." In Darfur kämpfen arabische Milizen gegen schwarzafrikanische Rebellengruppen. Der Regierung in Khartum wird vorgeworfen, die Milizen zu unterstützen. (mit dpa)

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