Afrika : Armeechef von Guinea Bissau bei Angriff getötet

Bei einem Angriff auf das Hauptquartier der Armee im westafrikanischen Guinea Bissau ist deren Chef getötet worden. Die Hintergründe des Angriffs sind bislang unklar. Seit Monaten schwelt in dem Land ein Konflikt zwischen Armee und Präsident.

BissauDer Armeechef des westafrikanischen Kleinstaates Guinea Bissau, General Batista Tagme Na Wai, ist am späten Sonntagabend bei einem Angriff auf das Hauptquartier der Armee in Bissau getötet worden. Der britische Rundfunksender BBC berichtete, mindestens fünf Menschen seien bei der Explosion auf dem Militärgelände verletzt worden. Offiziere ordneten dem Bericht zufolge anschließend die Einstellung des Sendebetriebs zweier privater Rundfunksender "zur Sicherheit der Journalisten" an.

Die Hintergründe des Angriffs auf das Hauptquartier der Streitkräfte blieben zunächst unklar. Guinea-Bissau hat in der Vergangenenheit bereits zahlreiche Putsche erlebt, zudem ist das Land eines der wichtigsten Drehkreuze der südamerikanischen Drogenmafia, die über Afrika Kokain nach Europa schmuggelt. Viele kolumbianische Drogenbosse haben inzwischen bereits Villen in dem kleinen westafrikanischen Land.

Präsident Joao Bernardo Vieira hatte im vergangenen November einen Angriff von Unbekannten überlebt, die sein Haus beschossen hatten. Eine eigens zusammengestellte Miliz für den Schutz des Präsidenten wurde im Januar wieder aufgelöst, nachdem es Berichte gab, die Milizangehörigen wollten den Armeenchef ermorden.(ut/ddp)

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