Afrika-Besuch : Westerwelle sichert Mali Unterstützung zu

Während internationale Organisationen über einen Militäreinsatz in Mali diskutieren, besuchte Außenminister Westerwelle die Hauptstadt Bamoko. Er versprach dem westafrikanischen Krisenstaat Solidarität - denn ein Rückzugsgebiet für islamistische Terroristen wäre auch eine Gefahr für Europa.

Außenminister Westerwelle wird zu Beginn seiner Afrikareise von Senegals Verteidigungsminister Augustin Tine begrüßt.
Außenminister Westerwelle wird zu Beginn seiner Afrikareise von Senegals Verteidigungsminister Augustin Tine begrüßt.Foto: dpa

Inmitten der internationalen Diskussion über einen Militäreinsatz in Mali hat Außenminister Guido Westerwelle am Donnerstag den westafrikanischen Krisenstaat besucht. In der Hauptstadt Bamako wollte er Gespräche mit der malischen Übergangsregierung und mit Parlamentariern aus dem von Islamisten beherrschten Norden des Landes führen. Dabei sollten Möglichkeiten für einen politischen Prozess sondiert werden, mit dem der von Rebellen und terroristischen Gruppierungen kontrollierten Norden des Landes wieder unter die Gewalt der Zentralregierung gebracht werden kann.

„Wir stehen solidarisch an der Seite Malis zur Lösung dieser Krise“, sagte Westerwelle vor seinem Abflug im Nachbarland Senegal. „Ein rechtsfreier Raum am Südrand der Sahara, in dem Terroristen ihr Rückzugsgebiet finden, würde auch unsere Sicherheit gefährden.“ Seit Jahresbeginn kontrollieren Tuareg-Rebellen und islamistische Terroristen den Norden des Landes und haben das Gebiet zu einem unabhängigen Staat Asawad erklärt. Derzeit beraten Experten afrikanischer Staaten und internationaler Organisationen in Bamako über eine Militärintervention. Die EU will einen möglichen Einsatz logistisch und durch die Ausbildung malischer Regierungstruppen unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands zu einer Beteiligung erklärt.

Westerwelle wollte mit seinem Kurzbesuch vor allem den politischen Prozess zur Krisenbewältigung fördern. Er warb für Gespräche mit allen gesprächsbereiten und gemäßigten Kräften über die Anliegen der Menschen im Norden Malis.

Der Besuch des Außenministers fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt und wurde bis zum Abflug geheim gehalten. Westerwelle hatte seine Afrika-Reise am Mittwoch im Senegal begonnen. Am Freitag und Samstag will er mit Nigeria das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Kontinents besuchen.

(dpa/dapd)

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