Afrika : Konflikt zwischen Sudan und Tschad droht zu eskalieren

Die Situation zwischen dem Tschad und seinem Nachbarland Sudan verschärft sich. Dabei geraten auch die EU-Friedenstruppen ins Visier der Konfliktparteien.

N'DjamenaDer tschadische Informationsminister Mahamat Hissene sagte am Dienstag dem britischen Rundfunksender BBC, sudanesische Truppen hätten mit Hubschrauberunterstützung die Stadt Ade an der Grenze zur westsudanesischen Krisenprovinz Darfur angegriffen. Mit dem Angriff zeige der Sudan "sein wahres Gesicht", sagte der Minister. Hissene hatte bereits in der vergangenen Woche den Sudan beschuldigt, die Rebellenallianz zu unterstützen, die einen Sturz von Präsident Idriss Déby anstrebt.

EU-Truppen greifen nicht ein

Der Tschad kritisiert auch die EU. Präsident Déby warf der Friedenstruppe Euforvor, den Rebellenvormarsch im Osten des zentralafrikanischen Landes indirekt zu unterstützen. So hätten die EU-Truppen zugelassen, dass regierungsfeindliche Rebellen bei Hilfsorganisationen Treibstoff und Fahrzeuge stahlen, sagte Déby in einer Fernsehansprache am Montagabend. "Wir haben das Recht zu fragen, wie effektiv eine solche Truppe ist und wie nützlich ihre Gegenwart im Tschad."

Die Rebellenallianz hatte am Wochenende im Osten des Tschads eine Offensive begonnen und seitdem vier Städte eingenommen. Die Afrikanische Union (AU) zeigte sich in einer in Addis Abeba veröffentlichten Stellungnahme besorgt über die neuen Kämpfe, da diese Entwicklung den inneren Friedensprozess in dem zentralafrikanischen Land und die Versuche, für Frieden und Stabilität zu sorgen, gefährde. Die tschadische Regierung wirft dem Sudan vor, die Rebellen zu unterstützen.

EU-Diplomaten in Brüssel wiesen Débys Vorwurf zurück: EUFOR habe den ausdrücklichen Auftrag, bei der Erfüllung des Mandats unparteiisch, neutral und unabhängig zu agieren und daran halte sich die Truppe. Die knapp 4000 seit Jahresbeginn an der Grenze zum Sudan stationierten EU-Friedenshüter sollen vor allem für die Sicherheit der rund 250.000 Darfur-Flüchtlinge in der Region sorgen. (jg/dpa)

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