Afrika : Tschad und Sudan schließen Friedensabkommen

Ob es sich um ein stabiles Abkommen handelt, ist fraglich. Doch immerhin haben die Regierungsspitzen der afrikanischen Staaten Tschad und Sudan einen neuen Friedensvertrag geschlossen, der die teils blutigen Auseinandersetzungen nun endlich beenden soll.

Tschad und Sudan
Guten Mutes: Die Präsidenten des Tschad und des Sudans hoffen auf Frieden. -Foto: dpa

Nairobi/DakarDie Präsidenten des Tschad, Idriss Déby, und des Sudan, Omar Hassan al-Baschir, haben ein Friedensabkommen unterzeichnet. Der Pakt solle die seit rund fünf Jahren andauernden Feindseligkeiten zwischen den afrikanischen Nachbarstaaten beenden, berichtet der britische Rundfunksender BBC. Das Abkommen wurde in Anwesenheit von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in der senegalesischen Hauptstadt Dakar besiegelt. Auf die Konfliktparteien sei am Rande des Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) starker Druck ausgeübt worden, sagte der BBC-Korrespondent.

Noch am Donnerstag hatte die tschadische Regierung dem Nachbarland Sudan vorgeworfen, die Lage im Tschad zu destabilisieren - am Mittwoch waren Rebellengruppen über die sudanesische Grenze in den Tschad vorgedrungen. Umgekehrt wirft die sudanesische Regierung Déby vor, sudanesische Rebellengruppen zu unterstützen.

Der neue Vertrag soll endlich eingehalten werden

Frühere Vereinbarungen über eine Beilegung des Konflikts zwischen den Nachbarn waren stets gescheitert. Beobachter sind daher skeptisch, dass der in Dakar unterzeichnete Vertrag Bestand haben wird.

Vor einem Monat war ein Umsturzversuch schwer bewaffneter Rebellen gescheitert. Präsident Déby musste bei dem Angriff im Februar vorübergehend fürchten, die Kontrolle über die Hauptstadt zu verlieren, nachdem die Rebellen innerhalb weniger Tage bis nach N'Djamena vorgedrungen waren. Zehntausende flohen aus der umkämpften Stadt. Um ähnlichen Angriffen vorzubeugen, haben Regierungstruppen vor wenigen Tagen begonnen, einen tiefen Graben rund um die tschadische Hauptstadt auszuheben. (sba/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben