Afrika : Verschleppte UN-Mitarbeiter in Somalia wieder frei

Vier UN-Mitarbeiter, die am Morgen im Süden Somalias entführt worden waren, sind wieder auf freiem Fuß. Hintergrund sind möglicherweise Rivalitäten zwischen verschiedenen Clans in der Region.

MogadischuDie vier verschleppten UN-Mitarbeiter in Südsomalia sind wieder frei. Nach Auskunft des UN-Sprechers Farhan Haq wurden die vier Männer um 22:10 Uhr somalischer Zeit, nach weniger als 24 Stunden in den Händen ihrer Entführer, unversehrt auf freien Fuß gesetzt. Abgesehen von den vier Männern sind noch vier UN-Mitarbeiter weltweit in der Hand von Entführern, sagte Haq, drei im westafrikanischen Niger und einer in Pakistan.

"Die Vereinten Nationen sind sehr dankbar für die Unterstützung der örtlichen Behörden, die sich für die Sicherheit und am Ende auch die schnelle Freigabe unseres Personals eingesetzt haben", erklärte UN-Koordinator Mark Bowden in Nairobi. Der Vorgang sei "ein wichtiger Beweis dafür, dass die Anwesenheit der UN akzeptiert und von den Somaliern sowie ihren Führern unterstützt wird", so Bowden.

Region hängt am Tropf von Hilfsorganisationen

Der Konvoi der vier UN-Helfer war am Morgen von bewaffneten Männern gestoppt worden, als er im Bezirk Wajid auf dem Weg zum Flughafen war. Schüsse fielen bei dem Überfall nicht. Wer hinter der Entführung stand, war zunächst nicht bekannt. Die Region Wajid gehört zu den Gebieten des Landes, die von der radikal-islamischen Al-Schabab-Miliz kontrolliert werden. Es gibt jedoch auch örtliche islamische Milizen.

Nach Angaben eines Stammesältesten, der mit der Nachrichtenagentur AFP sprach, wurde für die drei Ausländer und  einen Somali kein Lösegeld gezahlt. Die vier UN-Mitarbeiter seien ohne Bedingungen freigekommen und sicher zurück in ihren Unterkünften, sagte er. Hintergrund war demnach möglicherweise Unmut über die Verteilung von UN-Jobs an verschiedene Clans.

Wajid ist UN-Angaben zufolge ein wichtiges Zentrum für Hilfslieferungen aus dem Ausland, die von dort in andere Regionen Somalias verteilt werden. 3,2 Millionen Menschen, etwa die Hälfte der somalischen Bevölkerung, hängt von fremder humanitärer Hilfe ab. (jvo/dpa/AFP)

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