Politik : Agentenehre

Andreas Conrad

Dies ist die Stunde der Eisenmänner, der Delta-Force, der Navy-Seals und all der anderen Spezialkräfte. Seit dem 11. September und Afghanistan stehen die modernen Rambos im Mittelpunkt des medialen Interesses. Ein Roman wie David Baldaccis „Der Abgrund“ kommt da genau zur rechten Zeit, auch wenn sein Held Web London dem Geiselrettungsteam des FBI angehört, der Feind also von innen kommt. Anfangs kein sehr erfolgreicher Agent: Sechs tote Kameraden schon auf Seite 18, er selbst unter dubiosen Umständen der einzige Überlebende. Leser mit Lust auf Krawumm-Action, die sich an schlichter Sprache und hölzernem Personal nicht stören, werden gleich bestens bedient. Psychologisch Interessierte müssen sich gedulden, bis die Hauptfigur einen Psychiater (weiblich, attraktiv) aufsucht, der vermeintlich klare rote Faden sich zu verheddern beginnt und das Buch sich zu einem spannenden, wenngleich plakativen Thriller steigert. Baldacci hatte schon die Vorlage zu „Absolute Power“ mit Clint Eastwood und Gene Hackman geschrieben. Die Verfilmung von „Der Abgrund“ dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

David Baldacci: Der Abgrund. Roman. Aus dem Amerikanischen von Uwe Anton. Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach. 634 S., 22 €.

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