Politik : Agrarminister wollen Aale schützen

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Mainz - Die Europäische Union wird im Juni beschließen, die vom Aussterben bedrohten Aale und roten Thunfische besser zu schützen. Zu Beginn eines Treffens mit seinen EU-Kollegen sagte Landwirtschaftsminister und EU-Ratspräsident Horst Seehofer in Mainz: „Wir haben die Zusage wichtiger Mitgliedstaaten, in dieser Frage im Juni zu entscheiden.“ Vor allem die großen Fischereinationen Spanien und Frankreich hatten bisher entsprechende Beschlüsse blockiert. Das nächste reguläre Treffen der Agrarminister findet am 11. und 12. Juni in Luxemburg statt. Die Staaten der Europäischen Union hatten die Entscheidungen im April und im Mai jeweils vertagt.

Aal und roter Thunfisch gehören zu den zahlreichen überfischten Arten. Nach Angaben von Wissenschaftlern ist der Aal wegen Wasserkraftwerken und verbauten Flüssen, besonders aber wegen des Fangs der jungen Glasaale bedroht. Der Aal-Nachwuchs ist ein Exportschlager, weil er als Delikatesse gilt. Zu den Hauptabnehmern zählen Aquafarmen in China. Um die Aale besser zu schützen, hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, 75 Prozent der gefangenen Glasaale nur noch in der EU handeln zu dürfen. Spanien und Frankreich hatten nur 20 Prozent zusagen wollen. Deutschland schlug vor, bis 2010 60 Prozent der gefangenen Glasaale der EU für die Wiederansiedlung in heimischen Flüssen zu verkaufen.

Weitgehend unumstritten war der Vorschlag, „Abwanderungsraten“ von 40 Prozent festzulegen. Das hieße, dass zwei Fünftel der erwachsenen Aale verschont blieben und ihren Weg aus den europäischen Binnengewässern in ihr Laichgebiet in der Sargassosee im Westatlantik antreten könnten.

Ein besserer Schutz des Aals steht auch auf der Tagesordnung der nächsten Artenschutzkonferenz, die Anfang Juni in Den Haag beginnt. Deutschland hat als EU- Ratspräsidentschaft den Antrag gestellt, den europäischen Aal und zwei Haiarten, die geräuchert als „Schillerlocken“ angeboten werden, in den zweiten Anhang der sogenannten Cites-Konvention aufzunehmen. Damit würden weltweite Handelsbeschränkungen möglich. dpa/deh

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