Agrarpolitik : Künast: Seehofer riskiert, in Brüssel zu verlieren

Seehofers Vorgängerin Renate Künast hat den Agrarminister vor einer Blockadepolitik gegen die Reformvorschläge von EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel gewarnt. Sie weiß einen besseren Rat.

Berlin"Seehofer riskiert auf allen Ebenen zu verlieren", sagte Künast (Grüne) dem Tagesspiegel. Der Minister könne die Legitimationskrise der Agrarsubventionen nicht ignorieren. Seehofer wehrt sich sowohl gegen eine Kappung der größten Subventionsempfänger um zehn Prozent, als auch um den Vorschlag einer so genannten Modulation. Dabei würden die Zahlungen an alle Subventionsempfänger um 20 Prozent gekürzt, um diese Mittel für die ländliche Entwicklung zur Verfügung zu stellen.

Künast rät Seehofer, ein Gegenmodell in die Debatte zu bringen. Sie schlägt die Zahlung einer niedrigeren Basis-Prämie für alle Bauern vor. Zudem soll es einen Öko-Zuschlag geben, der sich an der Zahl der Arbeitsplätze auf dem Hof und der Klimafreundlichkeit des Betriebs orientiert. Wer für weniger Treibhausgase verantwortlich ist, und womöglich sogar durch die Art der Bewirtschaftung klimaschädliche Treibhausgase bindet, soll dafür eine Zuschlag bekommen. "So könnte man begründen, wofür man das Geld ausgibt", argumentiert Künast. Davon würden ostdeutsche Öko-Betriebe profitieren, die viele Leute beschäftigten. (Tsp)

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