Politik : Ahmadinedschad begrüßt die Klarstellung des Papstes

-

Berlin - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Klarstellung von Papst Benedikt XVI. zu den umstrittenen Äußerungen über den Islam begrüßt. Benedikt habe seine Aussagen „abgeändert“, sagte Ahmadinedschad laut AFP bei seinem Besuch in Venezuela. „Wir respektieren den Papst und all jene, die für Frieden und Gerechtigkeit sind.“

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, kritisierte die heftigen Reaktionen auf die umstrittenen Islam-Äußerungen des Papstes. Bei manchen müsse man „eine absichtliche Fehldeutung unterstellen“, sagte Lehmann am Dienstagabend auf einem Empfang der Bischofskonferenz in Berlin. Zugleich räumte der Kardinal ein, dass „Missverständnisse“ hätten entstehen können, weil der Papst die Voraussetzungen seiner Aussagen nur kurz gestreift habe. „Keineswegs ging es dem Papst darum, der Vernünftigkeit des christlichen Glaubens die fehlende Vernünftigkeit anderer Religionen entgegenzusetzen“, sagte Lehmann. Ohne falsche Anklagen oder Besserwisserei müssten muslimische Gesprächspartner aber damit konfrontiert werden, „dass in der heutigen Welt vorgeblich religiös motivierte und religiös legitimierte Gewalt ein Phänomen darstellt, das sich vorwiegend – wenngleich nicht ausschließlich – am Islam festmacht“. Dies festzustellen, bedeute nicht, alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen. „Aber es muss gefragt werden, inwieweit in der heutigen Gewaltproblematik der muslimischen Religion die theologische Tradition des kämpfenden und herrschenden Islam, die mit einer gewissen Ungebrochenheit die Zeiten überdauert zu haben scheint, eine Rolle spielt.“ Zu fragen sei auch, inwiefern die Geschichte des Islam, die den Propheten Mohammed nicht nur als Religionsstifter, sondern auch als Feldherrn zeige, bis heute eine Entfaltung gewaltkritischer Tendenzen des Islam erschwere. clk

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben