Politik : Aids in Afrika: Gipfel billigt Aktionsplan

Die afrikanischen Staatschefs haben am Freitag einen gemeinsamen Aktionsplan gegen Aids beschlossen. Zum Abschluss ihres Aids-Gipfeltreffens in der nigerianischen Hauptstadt Abuja versprachen sie, die Zollgebühren für Aids-Medikamente aufzuheben und mindestens 15 Prozent ihres Jahreshaushalts der Verbesserung des Gesundheitswesens zu widmen. Ferner stimmten sie dem Vorschlag von UN-Generalsekretär Kofi Annan zu, einen weltweiten Fonds in Höhe von bis zu zehn Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen Aids einzurichten. An der Konferenz zu Krankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose nahmen neben den Staatspräsidenten und Gesundheitsministern auch regierungsunabhängige Organisationen und Aids-Kranke teil. Nach UN-Angaben wird in den armen Staaten, wo ein Großteil der weltweit über 36 Millionen HIV-infizierten Menschen leben, bislang pro Jahr lediglich eine Milliarde Dollar im Kampf gegen Aids ausgegeben. 70 Prozent aller HIV-infizierten Menschen leben in Afrika.

Anlässlich des Gipfels schlug der deutsche Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer, vor, alle deutschen Firmen, die ein Interesse an der Stabilisierung Südafrikas als Markt haben, sollten sich durch Spenden an der Aids-Bekämpfung in dieser Region beteiligen. Dazu gehörten neben der Pharma- auch die Export- und Tourismusindustrie.

UN-Generalsekretär Annan hatte am Donnerstag zu einer weltweiten Großkampagne im Kampf gegen Aids aufgerufen. Über einen längeren Zeitraum hinweg müsse jährlich der Betrag von sieben bis zehn Milliarden US-Dollar aufgewandt werden, um eine wirksame globale Kampagne gegen Aids zu führen. "Wir brauchen Geld. Der Krieg gegen Aids wird nicht ohne eine Kriegskasse gewonnen werden, die wesentlich größer sein muss als bisher", hatte Annan gefordert. In 16 afrikanischen Staaten ist bereits einer von zehn Erwachsenen HIV-positiv.

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