• Aids-Initiative: Reiche Länder sollen Armen Medikamente kaufen - Weltkonferenz fordert gestaffelte Preise

Politik : Aids-Initiative: Reiche Länder sollen Armen Medikamente kaufen - Weltkonferenz fordert gestaffelte Preise

Mit der deutlichen Forderung, Medikamente und künftige Impfstoffe auch ärmeren Ländern zugänglich zu machen, hat am Sonntag die 13. Weltaidskonferenz im südafrikanischen Durban begonnen. An ihr nehmen 10.00 Delegierte teil. Mitglieder der Organisation Ärzte ohne Grenzen und Aidsaktivisten aus vielen Ländern organisierten einen Protestmarsch und kritisierten, es gebe zu wenig politischen Willen, auch in Entwicklungsländern eine HIV/Aids-Behandlung möglich zu machen. Ohne teure Lizenz-Produkte müsste sie nicht mehr als 200 Dollar pro Person und Jahr kosten.

Die Internationale Aids-Impfstoff-Initiative (Iavi) warnte davor, künftige Vakzine gegen die Immunschwächekrankheit armen Ländern jahrelang vorzuenthalten. "Es besteht die wachsende Hoffnung, dass in etwa zehn Jahren ein Impfstoff entwickelt sein wird", sagte Iavi-Präsident Seth Berkley. Die Infrastruktur für die Verteilung müsste aber jetzt schon geschaffen werden. Microsoftgründer Bill Gates, dessen Stiftung sich auf die Entwicklung und Verteilung von Impfstoffen konzentriert, stellte dazu per Videobotschaft einen detaillierten Vorbereitungsplan für die nächsten fünf Jahre vor.

Dabei sollen nach dem Plan der Iavi öffentlicher und privater Sektor sowie Industrie- und Entwicklungsländer weltweit eng zusammenarbeiten. Grundstein des Programms ist die feste Zusage der reicheren Länder, Impfstoffe für besonders schwer betroffene Entwicklungsländer zu kaufen. Auch gestaffelte Preise sind geplant, die in den armen Ländern nur wenig mehr als die Produktionskosten betragen sollen. Anders als einige Nichtregierungsorganisationen setzt sich die Iavi als wissenschaftlicher Zusammenschluss auch für die Lizenzierung des Impfstoffes ein.

Der deutsche Pharmahersteller Boehringer Ingelheim kündigte an, das Medikament Viramune (Wirkstoff Nevaripin), das die HIV-Übertragung von Mutter auf Kind reduziert, Entwicklungsländern fünf Jahre lang umsonst zur Verfügung zu stellen. Bei den Gesundheitsministern des südlichen Afrikas, die sich in Durban trafen, wurde dieses Angebot Medienberichten zufolge mit Zurückhaltung aufgenommen, da die Offerte nicht mit ihnen abgesprochen worden war.

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