Aids-Kampagnen : Vatikan kritisiert Fokussierung auf Kondome

Der Vatikan hat eine "beispiellose Medienkampagne" in Europa kritisiert, die fast ausschließlich auf den Wert von Kondomen im Kampf gegen Aids abziele.

RomDiese "Kampagne" sei nach den Äußerungen von Papst Benedikt XVI. zu Kondomen und Aids in einigen europäischen Ländern entfesselt worden, stellte das vatikanische Staatsministerium fest. Tröstlich sei es, dass "die Afrikaner, die wahren Freunde Afrikas und einige Mitglieder der wissenschaftlichen Gemeinde" die moralischen Erwägungen des Papstes verstanden und geschätzt hätten.

Der Papst hatte auf seiner Afrika-Reise im März gesagt, Aids lasse sich nicht mit Kondomen besiegen, diese könnten das Problem vielmehr noch vergrößern. Diese Einschätzung hatte eine Welle der Kritik ausgelöst. Die neuerliche Stellungnahme des Vatikans folgte auf ein Treffen mit dem belgischen Botschafter beim Heiligen Stuhl. Dieser hatte eine Protestresolution der Parlamentarier seines Landes gegen die "inakzeptable" Meinung des Papstes überbracht.

Die Kritik des belgischen Parlaments hatte der Vatikan bereits Anfang April verärgert zurückgewiesen. Er nahm sie jetzt offiziell mit Bedauern zur Kenntnis und nannte die Resolution des Parlaments einen "ungewöhnlichen Schritt in den diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Belgien". Bedauerlich sei, dass ein Parlament meine, den Papst "auf der Grundlage einer isolierten und aus dem Zusammenhang gerissenen Interviewteils" kritisieren zu müssen, hält der Vatikan fest. (cl/dpa)

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