Politik : Air France prüft US-Terrorhinweise – und fliegt wieder Rumsfeld: Angriffe verhindert

Neue Drohung von Bin Laden?

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Washington/Paris/Rom (dpa): Die USBehörden haben über Weihnachten möglicherweise einen Terrorangriff nach dem Muster der Anschläge vom 11. September 2001 vereitelt. Terroristen wollten nach Überzeugung der amerikanischen Terrorabwehr ein Flugzeug der Air France entführen und über Las Vegas oder einer anderen US-Stadt zum Absturz bringen, berichtete die „Washington Post“ am Freitag. Aus Furcht vor Terroranschlägen wurden die Sicherheitsvorkehrungen vielerorts verschärft. Die USA haben nach Angaben von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zudem noch andere Anschläge vereitelt. Der Terror sei verhindert worden, sagte Rumsfeld in Washington, ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen.

Der Moslem-Extremist Osama bin Laden hat unterdessen einem Bericht eines in London ansässigen arabischen Magazins zufolge einen sehr schweren Anschlag gegen die USA bis Februar angekündigt.

Air France strich an Heiligabend und am 1. Weihnachtstag auf amerikanischen Druck sechs Flüge zwischen Los Angeles und Paris. Nach US-Angaben waren auf den Passagierlisten die Namen von mindestens sechs Terrorverdächtigen aufgetaucht. Nach französischen Angaben wurden sieben Passagiere vernommen, darunter ein Franzose, ein Amerikaner und fünf Algerier. In US-Medien war auch von einem verdächtigen und befragten Deutschen die Rede. Nach französischen Angaben gab es aber keine Anhaltspunkte für eine Festnahme oder Vorermittlungen. Auch die Passagierlisten der anderen Flüge sowie die Namen derer, die gebucht hatten, aber nicht am Flughafen erschienen, seien ergebnislos überprüft worden. Air France nahm die Flüge zwischen Paris und Los Angeles am Freitag wieder auf. Seit Wochen stellen die US-Behörden intensive Kommunikation von Terrorverdächtigen über einen möglichen Anschlag fest. Vor einer Woche wurde die zweithöchste Terrorstufe ausgerufen.

Die US-Botschaft in Den Haag wurde in der Nacht zum Freitag nach einer Terrorwarnung von Spezialeinheiten der Polizei mehrere Stunden lang abgeriegelt. Nach niederländischen Medienangaben war eine telefonische Warnung eingegangen, die als ernst eingestuft wurde. Eine Untersuchung habe aber nichts Verdächtiges ergeben.

Die Schweiz wurde von der iranischen Regierung vor möglichen Anschlägen auf ihre Botschaft in Teheran gewarnt. Die Botschaft, die die Interessen der USA in Iran vertritt, sei ein potenzielles Ziel der Terrororganisation Al Qaida, berichteten Schweizer Medien.

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