Politik : Akademikerschwund: Schily hält Green Card allein für zu wenig

Bundesinnenminister Otto Schily hat sich für ein umfassendes Konzept zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte ausgesprochen. Die Green-Card-Regelung allein für Computerfachleute sei nicht ausreichend, erklärte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung werde dieses Problem bei der bevorstehenden Neuregelung der Einwanderung lösen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte bereits Anfang Februar eine Ausweitung der Green Card befürwortet und damit teils scharfe Kritik bei Union, Gewerkschaften und der Bundesanstalt für Arbeit ausgelöst. Auch Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hatte sich skeptisch geäußert.

Schily bezeichnete die Green Card als "großen Erfolg". Mehr als 5000 EDV-Experten hätten das Angebot angenommen und damit zum Ausbau dieser Zukunftsbranche und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze für deutsche Arbeitnehmer beigetragen.

Schily sagte, nach Schätzungen von Experten werde mit jeder Green Card die Grundlage für drei bis fünf neue, zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Diese würden aus dem heimischen Arbeitsmarkt besetzt. Die Green-Card-Regelung stärke also die deutsche Wirtschaft. Viele führende Repräsentanten der Wirtschaft hätten sich daher sehr positiv zu dieser Regelung geäußert.

Der FDP-Politiker Goll plädierte derweil dafür, jedem ausländischen Studenten nach bestandenem Examen eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung anzubieten, auch wenn er nicht aus der EU kommt. Einzige Bedingung solle sein, dass er nach einem Jahr einen Arbeitsplatz nachweisen könne, sagte Goll laut "Focus". Die Green Card für Studenten werde ein Bestandteil der Koalitionsverhandlungen sein, wenn es zu einer Wiederauflage des Bündnisses von CDU und FDP in Baden-Württemberg komme. Nach der Landtagswahl im März solle eine Bundesratsinitiative gestartet werden. Falls die Green Card für Studenten nicht auf Bundesebene zu Stande komme, "suchen wir für Baden-Württemberg eine Sonderregelung".

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