Politik : Aktivisten aus Tibet in China verhaftet

Peking - Nur wenige Stunden vor dem feierlichen Beginn des Countdowns ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking sind am Mittwoch zwei tibetische Unabhängigkeitsaktivisten festgenommen worden. Lhadon Tethong aus Kanada und Paul Golding seien auf dem Weg zur Zeremonie auf dem Platz des Himmlischen Friedens gewesen, als die Sicherheitskräfte zugegriffen hätten, berichtete eine Sprecherin der in New York ansässigen Organisation „Studenten für ein freies Tibet“ (SFT). Die SFT-Vizedirektorin Lhadon hatte Peking seit sieben Tagen besucht und vergeblich um ein Gespräch mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, gebeten.

Bis zu 30 Beamte in Zivil hatten die Aktivistin verfolgt, die ihren Besuch in einem Internet-Blog dokumentierte. Das Schicksal von Lhadon und Golding war ebenso ungeklärt wie das von sechs Aktivisten, die am Vortag an der Großen Mauer gegen die chinesische Herrschaft in Tibet protestiert hatten. Das Außenministerium teilte nur mit, sechs Ausländer seien „in illegale Aktivitäten in China verwickelt“ gewesen. Die Demonstranten aus den USA, Kanada und Großbritannien hatten ein Spruchband enthüllt, das mit der Aufschrift „Eine Welt, ein Traum - befreit Tibet 2008“ das Motto der kommenden Olympischen Spiele „Eine Welt, ein Traum“ abgewandelt hatte. dpa

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