• Akw Obrigheim soll später vom Netz Betreiber beantragt fünf Jahre mehr für ältesten deutschen Meiler

Politik : Akw Obrigheim soll später vom Netz Betreiber beantragt fünf Jahre mehr für ältesten deutschen Meiler

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Berlin (dpa). In baden-württembergischen Atomkraftwerken hat es erneut Pannen gegeben. Im Kraftwerk Obrigheim sei es zu einem Leck an einem Behälter im Abwasser-System gekommen, teilte die Energie Baden-Württemberg (EnBW) mit. Das Leck wurde aber bereits am 17. September entdeckt. Der Vorfall in Deutschlands ältestem Atommeiler wurde vom Stuttgarter Umweltministerium in die Kategorie „keine oder nur sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“ eingestuft. Im Akw Neckarwestheim schaltete nach EnBW-Angaben bei einer Funktionsprüfung ein Schalter nicht zu, weshalb ein Notstromkreis nicht mit Strom versorgt wurde. Die Sicherheit der Anlage sei nicht gefährdet gewesen, hieß es.

Trotzdem soll das Atomkraftwerk Obrigheim nach dem Willen seines Betreibers, der EnBW weit länger am Netz bleiben als geplant. Der Stromkonzern beantragte nach Angaben des Bundesumweltministeriums die Verlängerung der Betriebsdauer der Anlage. Dafür soll ein Strommengen-Kontingent von 15 000 Gigawattstunden (GWh) vom Akw Neckarwestheim II auf Obrigheim übertragen werden. Obrigheim könnte so auf Basis seiner derzeitigen Produktionsmengen rund fünf Jahre länger am Netz bleiben. Andernfalls müsste die Anlage bei fortlaufender Produktion Ende dieses oder Anfang des kommenden Jahres den Betrieb einstellen.

Nach dem Gesetz zum Atomausstieg ist jedem Akw eine grundsätzlich übertragbare Reststrommenge zugeteilt, nach deren Produktion die Betriebsgenehmigung automatisch erlischt. Obrigheim standen Ende Juli nach Angaben des Bundesumweltministeriums noch 1643,86 GWh zu – das ist etwas mehr, als die Anlage im ersten Halbjahr produzierte.

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