Politik : Akw Temelin: Internationale Experten prüfen Sicherheit des tschechischen Atomkraftwerkes

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Das umstrittene südböhmische Atomkraftwerk Temelin wird einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen. Seine Sicherheitsstandards sollen im kommenden halben Jahr von einer internationalen Expertengruppe begutachtet werden. Bis dahin bleibt der mit amerikanischer Technik nachgerüstete Atommeiler sowjetischer Bauart zwar im Probebetrieb, bekommt aber keine Bewilligung zur kommerziellen Nutzung. Auf diesen Kompromiss einigten sich in Melk der österreichische Kanzler Wolfgang Schüssel und sein tschechischer Amtskollege Milos Zeman.

Bislang hatte Tschechien alle nachträglichen Kontrollen abgelehnt, weil der Bau von Temelin ständig von der internationalen Atomkraftbehörde in Wien beaufsichtigt worden sei. EU-Osterweiterungskommissar Verheugen, der an dem Treffen als Vermittler teilnahm, sagte, nun solle ein Expertenteam die Sicherheitsstandards von Temelin nach den "in der EU üblichen Normen" prüfen. Seiner Meinung nach könnte dann auch das vorerst von Österreich blockierte Energiekapitel in den EU-Beitrittsgesprächen Tschechiens abgeschlossen werden.

Tschernobyl wieder am Netz

Kiew (dpa/AFP). Das Atomkraftwerk im ukrainischen Tschernobyl ist kurz vor der geplanten Abschaltung am Freitag noch einmal ans Netz gegangen. Techniker schalteten den letzten, funktionierenden Reaktor am späten Dienstagabend wieder ein, berichtete die russische Nachrichten-Agentur Interfax am Mittwoch. Die Anlage, in der sich 1986 der bisher schwerste Atomunfall weltweit ereignete, war erst vergangene Woche abgeschaltet worden, da sich Risse im Kühlsystem gebildet hatten. Nach Angaben des Kraftwerkdirektors soll der Reaktor nun noch einmal auf fünf Prozent seiner Leistung hochgefahren werden.

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