Politik : Al-Aksa-Brigaden drohen Israel für Razzia mit blutiger Rache

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Ramallah/Nablus Die radikale Palästinensergruppe Al-Aksa- Brigaden hat am Sonntag blutige Rache für eine Großrazzia der israelischen Armee in Nablus im Westjordanland angekündigt. Bei dem Einsatz waren am Samstag neun Palästinenser getötet worden. Nach palästinensischen Angaben drohten militante Einwohner der Stadt mit einem „Erdbeben“.

Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Seew Boim sprach indes am Sonntag von einer „sehr erfolgreichen“ Operation in Nablus, die Israels effektiven Kampf gegen den Terror veranschauliche. Die Armee habe 20 von insgesamt 38 gesuchten Palästinenser gefasst oder getötet. Die israelische Armee zog sich am Sonntagmorgen nach drei Tagen aus Nablus zurück. Am Samstag hatten israelische Soldaten sieben Palästinenser getötet, indem sie zwei Handgranaten in einen verborgenen Raum warfen, in dem sich die Männer versteckt hatten. Unter den Toten war einer der meist gesuchten Anführer der Al-Aksa-Brigaden, der 38 Jahre alte Najif Abu Scharach. Nach Angaben der Armee kamen zudem zwei örtliche Führer der radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad ums Leben. Israel wirft Abu Scharach vor, Hintermann mehrerer Selbstmordanschläge gewesen zu sein.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kurei verurteilte die Militäroperation in Nablus als „schreckliches Verbrechen“. Er appellierte an das „Nahost-Quartett“ (UN, EU, USA und Russland), Israel zu stoppen. „Genug des Wartens“, sagte der Premier. Die Realität in der Region sei „unerträglich“. dpa

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