Al Masri : BND-Mitarbeiter soll früh von Verschleppung gewusst haben

Nach Aussage von FDP-Obmann Max Stadler hat mindestens ein BND-Mitarbeiter in Mazedonien von der Verschleppung des Deutsch-Libanesen Khaled al Masri gewusst. Dies hätte er der BND-Spitze melden müssen.

Berlin - Der FDP-Obmann im BND-Untersuchungsausschuss, Max Stadler, hält es für möglich, dass die Bundesregierung von der Verschleppung des Deutsch-Libanesen Khaled al Masri im Jahr 2004 schon früher gewusst hat als offiziell bekannt. Es stehe fest, dass ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes in Mazedonien von der Entführung gewusst habe, sagte Stadler im ARD-"Morgenmagazin". Es sei "schwer glaubhaft", dass er dies nicht an die BND-Spitze gemeldet habe. Falls er dies nicht getan habe, stelle sich die Frage, warum die BND-Mitarbeiter nicht instruiert gewesen seien, solche Vorgänge nach Pullach zu berichten.

Im Vorfeld einer Sitzung des BND-Untersuchungsausschusses am Donnerstag erklärte Hanning, die Vorwürfe gegen ihn und Uhrlau seien "abwegig". Seine Behörde habe nicht früher von der Verschleppung erfahren als bislang bekannt. Hätte der BND von der Entführung erfahren, hätte die Behörde die Informationen "sicher nicht für sich behalten", sondern notwendige Schritte zur Aufklärung eingeleitet.

Ex-Innenminister Otto Schily (SPD) hatte in der vergangenen Woche ausgesagt, er habe erstmalig am 31. Mai 2004 vom damaligen US-Botschafter Daniel Coats von dem Fall Al Masri gehört. Der Deutsch-Libanese war Anfang 2004 vom US-Geheimdienst CIA nach Afghanistan verschleppt und dort mehrere Monate als mutmaßliches Al-Qaida-Mitglied festgehalten worden. Nach eigenen Angaben wurde er dort auch von deutschen Agenten verhört. (tso/ddp)

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