Al-Qaida-Anschlag : Irakisches Versöhnungstreffen endet als Blutbad

Mit einer Welle der Gewalt versucht Al Qaida im Irak die Aussöhnung zwischen Schiiten und Sunniten zu untergraben. Bei einem Versöhnungstreffen riss ein Selbstmordattentäter 27 Menschen mit in den Tod.

Irak Anschlag
Stark bewacht: Im Südwesten Bagdads wird das Treffen zwischen Sunniten und Schiiten unter schwerer Bewachung fortgesetzt. -

BagdadEin Selbstmordattentäter hat bei einem Versöhnungstreffen sunnitischer und schiitischer Würdenträger im Irak ein Blutbad angerichtet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen starben 28 Menschen, als der Attentäter am Montagabend während der Gebetszeit in einer schiitischen Moschee der Stadt Bakuba seinen Sprengstoffgürtel zündete. Ein Oberst der US-Armee, der an dem Mahl zum islamischen Fastenbrechen in der 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt teilgenommen hatte, erklärte: "Wieder einmal hat Al Qaida gezeigt, wie groß ihr Hass auf die Bürger des Iraks ist."

Unter den Toten waren der Polizeichef und der Gouverneur der Provinz Bakuba. Laut Polizei wurden rund 50 Menschen bei dem Anschlag verletzt. 14 der Verletzten wurden in einem Militärlazarett der US-Armee behandelt. Der islamische Fastenmonat Ramadan, der Mitte Oktober endet, gilt den Muslimen als Zeit der Versöhnung.

Nach einer Serie von Attentaten auf Repräsentanten von Großajatollah Ali al-Sistani forderten die Vertreter des schiitischen Klerus in der Hafenstadt Basra die Regierung zum Rücktritt auf. Die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki müsse die Konsequenzen ziehen, wenn sie nicht in der Lage sei, für Sicherheit zu sorgen, zitierte die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak einen Sprecher der Religionsgelehrten.

Al-Sistani verliert drei Stellvertreter

Al-Sistani ist das geistliche Oberhaupt der Schiiten im Irak mit Sitz in Nadschaf. Drei seiner Repräsentanten in Basra waren in den vergangenen Tagen getötet worden. Zwei weitere Attentatsversuche gegen Sistani-Vertreter schlugen fehl. Die Religionsgelehrten gründeten nach Angaben der Agentur nun eine Art Selbstverteidigungs-Komitee. Den Lokalpolitikern von Basra und der Maliki-Regierung warfen sie vor, sie seien nur daran interessiert, "dass sie selbst ihre Posten behalten, ihre Gehälter kassieren und gut beschützt werden."

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen starben in Bagdads Sajuna-Viertel sieben Rentner, als zwei Autobomben vor einer Bank explodierten, in der sie ihre Rente ausbezahlt bekommen sollten. 25 Iraker wurden verletzt, als die Sprengsätze kurz hintereinander detonierten. Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden in Tikrit erklärte, US-Soldaten hätten am Vorabend 30 Kilometer östlich von Tikrit einen 90 Jahre alten Mann und seine beiden Söhne erschossen, weil sie sich in ihrem Auto einer amerikanischen Militärpatrouille genähert hätten. Die US-Armee berichtete, ein amerikanischer Soldat sei am Montag unweit von Tikrit von Aufständischen erschossen worden.

Zwei Polizisten starben in Basra durch einen Autobombenanschlag neben einem Justizgebäude. 17 Polizisten erlitten nach Angaben von Augenzeugen Verletzungen. (mit dpa)

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