Al Qaida im Jemen : Dutzende Tote bei Doppelanschlag

Die Qaida auf der Arabischen Halbinsel hat mit einem geplanten Mehrfachangriff im Jemen zugeschlagen: Nach Armeekreisen starben mindestens 56 Polizisten und Soldaten. Die Attentate erfolgten in der instabilen Südprovinz Schabwah.

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Instabile Region: Ein jemenitischer Soldat hält Wache
Instabile Region: Ein jemenitischer Soldat hält WacheFoto: AFP

Bei zeitgleichen Angriffen auf Stützpunkte der Sicherheitskräfte sind nach Angaben aus Armeekreisen am Freitag im Jemen mindestens 56 Polizisten und Soldaten getötet worden. Aus Armeekreisen verlautete, für die Attacken sei die Extremistengruppe "Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel" (AQAP) verantwortlich. Schauplatz der Angriffe war die Provinz Schabwah im Süden des Landes.

Laut "Al Jazeera" habe AQAP eine Militärbasis mit zwei Autobomben angegriffen. So habe ein Fahrer versucht, mit einem Auto in die Basis einzudringen und habe bei der Detonation am Eingangstor mehrere Soldaten mit in den Tod gerissen. Das zweite Auto sei in der Basis explodiert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein weiterer Anschlag erfolgte mit gezielten Schüssen auf eine weitere Basis in der Provinzhauptstadt Mayfa'ah. Der Schütze sei entkommen.

Schabwah gehört zum äußerst instabilen Süden des Landes; die Region liegt zwischen der Hafenstadt Aden und dem Hadramaut-Gebirge. Vor allem im Gebirge hat die Qaida Gebiete unter Kontrolle. Aden indes ist die Hauptstadt des früheren unabhängigen Südjemen - seine Bewohner fühlen sich von der Regierung in Sanaa unterdrückt. Seit den politischen Unruhen 2011 kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Bürgern.

So haben Aufständische erst vor wenigen Tagen eine wichtige Ölleitung im östlich von Sanaa gelegenen Marib in die Luft gesprengt. Durch die Leitung wird Öl für den Export quer durch die Unruheregion nach Ras Issa am Roten Meer gepumpt. Wiederholte Angriffe auf Ölleitungen verursachen im Jemen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden. Öl- und Gasausfuhren machen rund 60 Prozent der Staatseinnahmen des ärmsten Landes auf der Arabischen Halbinsel aus. Im Jemen ist neben Stammeskämpfern auch die Terrorgruppe Al Qaida aktiv.

(mit dpa, rtr)

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