Politik : Al-Qaida-Kämpfer in Jemen von CIA getötet

Kampfdrohne feuert Raketen auf mutmaßliche Terroristen

-

Sanaa (dpa/hef). Der USGeheimdienst CIA hat nach Angaben amerikanischer Regierungsbeamter in Jemen sechs mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen gezielt mit einer ferngesteuerten Rakete getötet. Auch US-Geheimdienstkreise bestätigten nach übereinstimmenden Medienberichten vom Dienstag den Angriff, mit dem nach Einschätzung von Experten eine neue „aggressive Phase“ des amerikanischen Anti-Terror-Kampfes eingeleitet worden ist. Danach war es das erste „offene“ Attentat auf Al-Qaida-Mitglieder außerhalb Afghanistans. Eine offizielle Bestätigung durch das Weiße Haus oder das Pentagon gab es nicht; dies ist bei Geheimdienst-Operationen nicht üblich. Aus den Regierungs- und CIA-Kreisen verlautete jedoch, dass der Angriff am Sonntag mit Hilfe eines unbemannten bewaffneten Aufklärungsflugzeugs vom Typ Predator ausgeführt wurde.

Unter den Opfern des Angriffs war nach Angaben des jemenitischen Innenministeriums auch der mutmaßliche Terrorist Kaid Sinian al Harithi, genannt Abu Ali, den die USA für einen der Drahtzieher des Anschlags auf das Kriegsschiff „USS Cole“ vor zwei Jahren halten. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bezeichnete es „als sehr gute Sache“, sollte Abu Ali tatsächlich „aus dem Geschäft“ sein.

Die amerikanische Kampfdrohne Predator kann bis zu 16 Stunden lang in sieben Kilometern Höhe über ihrem Zielgebiet kreisen. Bestückt mit zwei laser- oder radargeleiteten „Hellfire“-Raketen mit einem jeweils 14 Kilogramm schweren Sprengkopf wird sie vom CIA und der US-Airforce als Waffe im Kampf gegen Al-Qaida-Führer eingesetzt. Eigentlich war das über acht Meter lange unbemannte Flugzeug als reines Spähflugzeug konzipiert worden. Im Herbst 2000 sichtete eine Predator-Drohne angeblich in Afghanistan Osama bin Laden. Weil sie unbewaffnet war und sich keine US-Bomber in der Nähe befanden, konnte der Terrorist entkommen. Daraufhin wurde Predator umgerüstet und ist seit dem Frühjahr 2001 auch bewaffnet.

Die USA planen ein Zentrum zur Terrorismusbekämpfung am Horn von Afrika. Die UN-Nachrichtenagentur Irin meldete unter Berufung auf die amerikanische Botschaft in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, dass rund 400 US-Soldaten entsandt wurden, um das Hauptquartier in Dschibuti zu errichten.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar