Al Qaida : Mokhtar Belmokhtar - Extremist mit Geschäftssinn

Der Dschihadist soll für viele Anschläge verantwortlich sein. Auch die jüngsten Attacken in Burkina Faso gehen wohl auf das Konto seiner Terrorgruppe. Wer ist Mokhtar Belmokhtar?

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Mokhtar Belmokhtar, Al Qaida-Führer.
Mokhtar Belmokhtar, Al Qaida-Führer.Foto: dpa

Der Mann sieht aus, als sei er für einen Endzeitfilm über Desperados der Wüste gecastet worden. Pechschwarzer Turban, das linke Auge durch eine Glaskugel ersetzt, harte Gesichtszüge, Kampfjacke. Eine Figur zum Fürchten, und genauso will Mokhtar Belmokhtar offenkundig auch wirken. Seinen Ruf scheint er jedenfalls nun erneut bestätigt zu haben. Die von dem 43-jährigen Algerier geführte islamistische Terrororganisation Al Murabitun („Die Wächter“) hat sich zu dem Anschlag vom Freitag in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou bekannt. Die Murabitun sind dem Netzwerk von „Al Qaida im islamischen Maghreb (AQM)“ zuzurechnen. Doch ein gehorsamer Offizier von Al-Qaida-Chef Aiman as Sawahiri, der sich mutmaßlich im weit entfernten pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhält, war Belmokhtar nie.

Der Islamist ist „Gotteskrieger“, Warlord, Geiselnehmer und Schmuggler von Zigaretten und Waffen in einer Person. Ein geschäftstüchtiger Terrorist, der seine Interessen so gut im Blick hat wie die von Al Qaida. Die deutsche Öffentlichkeit hörte erstmals 2003 von ihm, damals wurde Belmokhtar mit der Entführung von durch die Sahara fahrenden Motorradtouristen aus Deutschland und der Schweiz in Verbindung gebracht.

50 Millionen mit Geiselnahmen erlöst

Das US-Außenministerium schätzt, Belmokhtar habe allein mit der Geiselnahme von Europäern und Kanadiern etwa 50 Millionen Dollar verdient. Da wirken die fünf Millionen Dollar, die das State Departement auf den Kopf des Algeriers ausgesetzt hat, fast wie ein Trinkgeld.

Die Amerikaner jagen Belmokhtar, weil sie ihn unter anderem für den Angriff auf die Förderanlage des Gasfeldes Ain Amenas im Süden Algeriens verantwortlich machen. Bei dem Angriff im Januar 2013 starben drei US-Bürger und 36 weitere Menschen. Auch in Ouagadougou kam jetzt ein Amerikaner ums Leben. Belmokhtar zu fassen oder zu töten, scheint jedoch äußerst schwierig zu sein. Meldungen, er sei gestorben, erwiesen sich stets als falsch. Immerhin scheint zu stimmen, dass er sein Auge bereits 1991 verlor – beim Hantieren mit Sprengstoff in Afghanistan.

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