Politik : Al-Qaida-Vize durch Drohne getötet

Washington/Berlin/Islamabad - Den USA ist erneut ein Schlag gegen das Terrornetzwerk Al Qaida gelungen. Die „Nummer zwei“ der Organisation, Abu Jahja al Libi, ist tot. Das bestätigte der Sprecher der Weißen Hauses, Jay Carney, am Dienstag in Washington, ohne jedoch Details zu nennen. Zuvor hatte es aus US-Kreisen in Pakistan geheißen, es sei davon auszugehen, dass al Libi bei einem Drohnenangriff in Pakistan getötet wurde. Laut Carney schadet dieser „bedeutende Hieb“ immens der Moral und dem Zusammenhalt der Al Qaida und bringt die Gruppe näher an den „ultimativen Untergang“.

Aus Kreisen des US-Militärs hieß es, der Luftschlag sei im Stammesgebiet Nord-Waziristan erfolgt, wie Medien meldeten. Zuvor hatten bereits pakistanische Geheimdienstmitarbeiter von mindestens 15 Toten berichtet. Es war der dritte amerikanische Drohnenangriff innerhalb von drei Tagen. Nach pakistanischen Medienberichten bestellte die Regierung in Islamabad den diplomatischen Geschäftsträger der USA in Pakistan, Richard Hoagland, ein, um gegen die US-Drohnenangriffe zu protestieren.

Der aus Libyen stammende, 49 Jahre alte al Libi war nach den Worten des Terrorismusexperten Guido Steinberg von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) „die wichtigste religiöse Autorität“ der Terrororganisation. Al Libi habe „bei anerkannten Gelehrten in Mauretanien studiert und eine lange Geschichte als Prediger in Afghanistan“. Zusätzliche Popularität gewann al Libi bei Al Qaida, als es ihm 2005 nach drei Jahren Haft gelang, aus dem hochgesicherten US-Luftwaffenstützpunkt Bagram bei Kabul zu fliehen. fan/mue/dpa

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