Politik : Albanische Rebellen: Nato empört über "feige Tat"

Nato-Generalsekretär George Robertson hat den tödlichen Angriff mutmaßlicher albanischer Rebellen auf mazedonische Sicherheitskräfte scharf verurteilt. Er sei erschüttert und empört über den Überfall, bei dem am Samstag acht mazedonische Soldaten und Polizisten getötet sowie drei weitere verletzt wurden, erklärte Robertson in Brüssel. Er verurteilte den Angriff als Tat "feiger Extremisten". Robertson: "Meine Botschaft ist einfach: Die Gewalt muss beendet werden."

Die Friedenstruppe Kfor verstärkte unterdessen die Überwachung des Grenzgebiets. Die Kfor habe ihre Kontrollen am Boden erhöht und überfliege das Gebiet mit Hubschraubern, um jegliche illegalen Aktivitäten zu unterbinden, sagte Kfor-Sprecher Jandesek. Hierzu seien keine zusätzlichen Truppen angefordert worden, sondern lediglich einige deutsche Einheiten der Brigade Süd verlegt worden.

Der neue Angriff kam inmitten politischer Verhandlungen über die Bildung einer großen Regierungskoalition in Skopje. Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski sagte wegen des Vorfalls einen für Sonntag geplanten Rumänien-Besuch ab.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Skopje waren die mazedonischen Sicherheitskräfte am Samstagabend in dem Ort Vejce nahe der Stadt Tetovo in einen Hinterhalt albanischer Rebellen geraten. Die getöteten Männer, die der Spezialeinheit "Wölfe" angehörten, waren zum Minenräumen eingesetzt. Sieben weitere Soldaten wurden verletzt. Auch ein gepanzerter Truppentransporter geriet unter Feuer. Um die Ortschaft, die etwa 15 Kilometer nördlich von Tetovo liegt, gab es Gefechte. Bei dem Angriff handelte es sich um das schwerste Gefecht, seit vor knapp einem Monat albanische Rebellen die Stadt Tetovo unter Beschuss nahmen. Die Regierung Mazedoniens verlegte am am Sonntag gepanzerte Truppen für Durchsuchungen in albanischen Dörfern um die Stadt Tetovo.

Die gleiche Spezialeinheit war in den vergangenen Wochen Speerspitze der Offensive der Regierungstruppen gegen die albanischen Rebellen. Sie waren mehrfach gegen Stellungen der Rebellen vorgegangen. Die albanischen Freischärler hatten sich vor vier Wochen tagelange, heftige Gefechte mit den Regierungstruppen um Tetovo geliefert. Nach einer Offensive zogen sie aber ab.

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