Politik : Albert Schmid: Der SPD-Politiker ist neuer Chef des Asylbundesamtes

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Mit Albert Schmid hat am Donnerstag ein SPD-Politiker mit Erfahrung das Amt des Präsidenten des Bundesasylamtes in Nürnberg angetreten. Ende der 70er Jahre hatte er zunächst als Baustaatssekretär in der Regierung von Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) bundespolitische Luft geschnuppert. Das Ende der sozialliberalen Koalition im Jahre 1982 hatte dann aber seinen Aufstieg in Bonn gestoppt. Als neuer Mann an Schilys Flüchtlings-Schaltstelle steht ihm jetzt womöglich eine zweite bundespolitische Karriere bevor.

Dabei war Schmid, der bereits im Alter von 27 Jahren Bürgermeister von Regensburg war, lange Zeit vor allem als Hoffnungsträger der Bayern-SPD gehandelt worden. Seit 1990 im Landtag, rückte der dem bürgerlichen Lager zugerechnete Genosse schon zwei Jahre später an die Spitze der Fraktion - ein Posten, den er 1994 widerwillig für Landeschefin Renate Schmidt räumen musste. Künftig sollte er als zweiter Mann auf dem Führungstandem helfen, die weißblauen Sozis aus ihrem Dauertief zu holen.

Doch die eher dienende Funktion schmeckte dem vornehmen, verbindlich wirkenden Rechtsanwalt nicht sonderlich. Mehrfach versuchte er, sich gegen die Parteichefin zu profilieren. Nach wochenlangen Grabenkämpfen warf er im September 1995 seine Ämter erbittert hin - das "Schmid(t)einander" zerbrach.

Seit dem rot-grünen Regierungswechsel in Berlin wurde der Katholik und Vater von zwei Töchtern von seinem Duz-Freund Bundeskanzler Schröder mehrfach für Höheres gehandelt. Nun kommt eine ganze andere Aufgabe auf ihn zu. Schmid wird nicht nur die von seinem Vorgänger gestartete Verschlankung der einst doppelt so großen Behörde fortsetzen, sondern vor allem die neue Asylpolitik Otto Schilys vollziehen müssen. Womöglich schneller als er es ahnte, könnte Schmid zum Chef einer neuen Einwanderungs-Behörde werden.

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