Politik : Albigs Exempel: Drei Stimmen täglich für die SPD

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Kiel - Landesvorstand, Spitzenkandidat und Parteitagspräsidium zogen beim zweitägigen Parteitag in Husum symbolisch an einem langen Tau – die SPD in Schleswig-Holstein will zumindest optisch Geschlossenheit demonstrieren. Zu sehr hatte in den vergangenen Wochen und sogar noch während des Parteitages die Personaldebatte um den umstrittenen, aber wiedergewählten Landesvorsitzenden Ralf Stegner Risse und Gräben bei den Genossen aufgezeigt. All das soll nun vorbei sein, indem alles nur einem Ziel, nämlich dem Regierungswechsel am 6. Mai 2012, untergeordnet wird – so die verordnete Botschaft aus der Parteizentrale am Kleinen Kuhberg in Kiel.

Der designierte Spitzenkandidat, der Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig, hat sich ein hohes Ziel gesteckt. Er möchte beim Urnengang nächstes Jahr 40 Prozent und mehr auf der Habenseite sehen. Vorbei sei die Zeit, wo „vorne eine 2 steht“, sagt der Ministerpräsidenten- Anwärter und schiebt noch gleich eine Zahlenmatrix nach, wie denn das angestrebte Ziel erreicht werden soll: Jeder der knapp über 200 Delegierten in Husum möge doch bis zur Wahl jeden Tag drei Schleswig-Holsteiner für die Sozialdemokratie überzeugen, dann würde es reichen, kalkuliert Albig.

Als sicher gilt: Die Wahlen zwischen Nord- und Ostsee werden zu einem großen Teil mit dem Faktor Glaubwürdigkeit gewonnen. Da beeilte sich Albig als Kenner der Finanzmaterie zu erklären, dass alle Vorhaben und Vorsätze unter dem Vorbehalt der Bezahlbarkeit stünden – erst recht, weil es angesichts der bis 2020 auferlegten Schuldenbremse kaum Spielräume gebe. Auch über Zumutungen müsse man reden, sagt Albig. Das sind Töne und Vokabeln, die Stegner zuletzt nahezu fremd waren. In Husum gab es 63 Prozent Zustimmung durch die Delegierten – an der Basis dürfte die Sympathie für den Landeschef weit darunterliegen. Dieter Hanisch

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